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Suchwörter: "oder" "und" Ausgabe 04/2006

Portrait Christoph Hugenschmidt
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Christoph Hugenschmidt gilt als einer der bekannten, auf die Schweizer IT-Branche spezialisierten Journalisten. Er baute das Branchenmagazin 'IT Reseller' auf und betreibt heute zusammen mit Kollegen das Informationsportal www.inside-it.ch.

Inside-it.ch publiziert täglich und kostenlos Insider-Nachrichten aus und für Anwender und Anbieter aus der Schweizer IT-Szene.

"Vista kommt, kommt nicht, kommt - und andere Geschichten aus der IT-Branche" Records Management - Datenverwaltung

Windows Vista, die nächste Generation von Microsofts PC- und Serverbetriebssystem, gibt weiterhin viel zu reden. Doch für viele Praktiker ist die Migration auf Vista noch in weiter Ferne. Andere Probleme sind dringender: Zum Beispiel die Einführung von "Records Management" oder die Senkung der Kommunikationskosten.

Im Juli verurteilte die EU-Kommission Microsoft zur Zahlung einer Busse von über 280 Millionen Euro. Microsoft hat dagegen rekurriert und das Verfahren wegen Verletzung der Wettbewerbsregeln ist damit noch hängig. Verliert Microsoft, so könnte die Strafe durchaus noch höher ausfallen - die EU droht mit Bussen von bis drei Millionen Euro - pro Tag! Doch naht schon das nächste Ungemach, mit potentiell noch grösseren Folgen für den Software-Riesen. Die Microsoft-Konkurrenten Symantec (Security) und Adobe (Dokumentenerstellung und -Verteilung) haben sich bei der EU-Kommission beschwert, sie würden mit dem Erscheinen von Windows Vista unfair behandelt.

Es geht darum, dass Microsoft in der nächsten Generation der PC-Betriebssysteme eine Funktion einbauen wird, mit der man Dokumente in Adobes "PDF" schreiben kann. Adobes weit verbreitete Software "Acrobat Writer" würde damit für viele Anwender hinfällig. Auch der grosse Security-Hersteller Symantec beklagt sich, Microsoft sperre mit der Funktion "PatchGuard" die Hersteller von Sicherheitssoftware quasi aus. Ob Microsoft von sich aus die kritisierten Features aus Vista entfernt oder ob sich Vista in Europa gar verspäten wird, ist noch offen. Die EU-Kommission kann den Fall erst entscheiden, wenn Vista wirklich auf dem Markt ist (ab Januar 07). Doch bereits heute schauen gewisse US-amerikanische Wettbewerbshüter mit Bewunderung nach Brüssel.

Was um Gottes Willen ist denn "Records Management"?

Schweizer Informatik-Verantwortliche nehmen das Hick-Hack um Windows Vista eher gelassen. Vor der Migration auf ein neues Betriebssystem stehen noch anderen Themen auf der Agenda. Zum Beispiel "Records Management". Hinter dem kryptischen Begriff steht harter Alltag. Das Gesetz schreibt nämlich die "ordnungsgemässe Verwaltung von Geschäftsunterlagen" vor, doch die wenigstens Betriebe haben die Prozesse und Infrastruktur für die rechtsgültige Speicherung all der elektronischen Korrespondenz.

Die Hochschule für Technik und Wirtschaft Chur und der Vereins Schweizerischer ArchivarInnen gehen in einer interessanten Untersuchung der Frage nach, wie weit Schweizer Unternehmen Strategien für "Records Management" entwickelt haben. Fazit: Während multinationale Firmen sich bereits intensiv mit dem Thema befasst und Strategien entwickelt haben, liegt bei KMU "noch vieles im Argen". Dabei ist die korrekte Verwaltung von digitialen Dokumenten nicht nur eine gesetzliche Notwendigkeit, sondern kann sich auch zum Wettbewerbsvorteil entwickeln.

Eine Zusammenfassung der Studie sowie der Direktlink dazu, gibt es in unserem Artikel "Records Management": Handlungsbedarf bei Schweizer KMU.

Stadtwerke gegen "Telefönler"

Breitband-Internet ist heute für viele Firmen überlebensnotwendig und der Internet-Anschluss wird ab 2008 auch zur staatlich konzessionierten Telekommunikations-Grundversorgung gehören. In diesem unterdessen grösstenteils liberalisierten Markt mischen interessante, neue Player mit: Die Stadtwerke. So hat der private Kommunikationsanbieter Colt sich mit den Stadtwerken St. Galler verbündet. Die St. Galler verbinden das zentrale Netz von Colt mit einzelnen Geschäftshäusern.

Das Stadtzürcher Elektrizitätswerk EWZ will gar 200 Millionen Franken in den Ausbau eines eigenen Breitbandnetzes investieren. Mit diesem Geld kann man wohl die meisten Zürcher Geschäftshäuser direkt über Glasfaserkabel an das Internet anbinden - und zwar ohne Swisscom. Die bisherigen Platzhirsche Cablecom und Swisscom haben an dem Vorhaben gar keine Freude und die Investitionswünsche des EWZ harsch kritisiert. (>>mehr auf Inside-it)

In Bern und Biel hat sich ebenfalls ein Provider, die Bieler Finecom, mit 'Energie Wasser Bern' zusammengetan. Mittelgrossen und grossen Firmen, die ihre gesamte Kommunikation über den Provider abwickeln wollen, will Finecom gar die Kosten für das Verlegen des Glasfaserkabels schenken.

 

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