header
Suchwörter: "oder" "und" Ausgabe 02/2006


Autor:
Ivan Kellenberger (Jg. 1971) ist als eines der Gründungsmitglieder seit 1996 bei Futurecom interactive AG tätig und führt mittlerweile als Mitglied der Geschäftsleitung die IT Unit. Sein Fachwissen basiert auf einem Studium der Informatik an der Eidgenössischen Technischen Hochschule in Zürich, mit Abschluss im Jahre 1997 als Dipl. Informatik-Ing. ETH.
Futurecom interactive AG, das grösste Kompetenzzentrum der Schweiz für integriertes Marketing, konzipiert und realisiert integrierte Marketing- und IT-Grossprojekte, Corporate Websites, dialogorientierte Kampagnen sowie CRM-Lösungen für nationale und internationale Kunden im B2B/B2C-Sektor.
www.futurecom.ch.
IT-Trends auf der Spur IT-Trends auf der Spur

Intuitiver, vernetzter, schneller – die technologische Entwicklung der letzten Jahre hat neue Formen von Kommunikation und Mobilität ermöglicht. Wir sind ständig erreichbar, Digital Life Management wird Realität. Wohin geht die Reise? Und was bedeutet dies für uns IT-Spezialisten?

In Rekordzeit hat das Internet die gesamte Arbeitswelt wie auch unser Zuhause erobert – mit stetig wachsendem Einfluss. Der neue Entwicklungsschub ist nicht zuletzt der Breitbandtechnologie zu verdanken: In den USA surfen ein Drittel aller Internetnutzer über Breitband, in Korea und Kanada ist es bereits die Hälfte, in der Schweiz sind es 1,5 Mio. Nutzer (ComCom Jahresbericht 2005), was rund einem Drittel der Heavy User entspricht. Dieser Trend wirkt sich auch auf das Mediennutzungsverhalten aus: 19% der Schweizer Bevölkerung nutzen das Internet täglich (Trendbericht UNIVOX-Survey 2004/2005, gfs-zürich).

Wird die Welt also zum gigantischen Hotspot? Keine Vision, denn Wireless LAN verbreitet sich rasant rund um den Globus. New York ist schon heute ein einziger Hotspot. Aber auch die Schweiz mit über 2000 Access Points kann sich in die vorderen Ränge gleich hinter Grossbritannien einordnen. Nacheiferer folgen.

Verändert dies auch den Konsumenten?

Der heutige Konsument ist emanzipiert geworden: Statt Konsumation stehen Kontrolle über den Content, Kreation und Interaktion im Mittelpunkt. Sich selber produzieren heisst die Maxime, siehe youtube.com, myspace.com, youths.ch. etc. Ebenso bezeichnend für den neuen Konsumenten ist die explodierende Blogosphere. Blogger werden zu Meinungsmachern, sie verfügen über hohe Authentizität und Glaubwürdigkeit. Die Weisheit der Masse funktioniert, und zwar in erstaunlich professioneller Qualität, was Netzwerke wie wikipedia.org, amazon.com oder flickr.com beweisen.

Bereit für Web 2.0?

Um den veränderten Anforderungen auch auf technischer Seite zu genügen, braucht es das Verständnis der zweiten Webgeneration. Gefragt sind Applikationen mit Benutzeroberflächen, die Informationen aus verschiedenen Quellen zusammentragen, verknüpfen und die entstandenen Daten wieder anderen Applikationen zur Verfügung stellen. Das Resultat ist ein an den Benutzerbedürfnissen ausgerichtetes Web, welches den Desktop mehr und mehr ersetzt und die Grenzen zwischen den Medien verschwimmen lässt.

Möglich macht dies Ajax (Asynchronus JavaScript And XML). Dies ist keine neue Technologie, sondern ein Konzept respektive Applikationsmodell, das bereits existierende Technologien mit dem Ziel kombiniert, die Benutzung von Webapplikationen näher an jene von klassischen Anwendungen mit wohl definierten Benutzeroberflächen zu bringen.

Die grössten Vorteile von Ajax sind Statuskonservierung und asynchrone Requests, d.h. der Benutzer arbeitet immer mit derselben Instanz der Seite. Im Hintergrund können Daten an den Server gesendet oder Code, der vom Server (nach-)geliefert wird, dynamisch in die Seite eingearbeitet werden. Sinnvoll angewendet reduziert Ajax die Datenmenge, denn nebst dem Speichern eines Zustandes werden auch die Struktur des Dokumentes sowie die verwendeten Scripte für die Lebensdauer der Seite im Browserspeicher gehalten. Ebenso wird die Anzahl der auf dem Server anfallenden Arbeiten reduziert, weil der Client einen Teil davon übernimmt. Ein weiterer Vorteil ist die Portabilität: Ajax basiert auf Technologien, die sich zum Standard entwickelt haben und auf den gebräuchlichen Browsern zur Verfügung stehen.

Herausforderungen mit Ajax

Bei Webseiten ohne komplexe Dynamik ist eine traditionelle Lösung weiterhin berechtigt. Denn Ajax-Applikationen bergen auch Nachteile. Beispielsweise verändert Ajax die Art der Kommunikation zwischen Nutzer und Webserver, weshalb eine neue gemeinsame Sprache für Funktionalität und Bedienelemente gefunden werden muss. Und die Komplexität für den Programmierer nimmt keinesfalls ab.

Schon bevor der Begriff geprägt wurde, wurden auf Ajax basierende Applikationen realisiert. Die prominenteste Prä-Ajax-Applikation dürfte Outlook Web Access von Microsoft sein – ein Beispiel, bei welchem das Nachbilden einer bewährten Desktop-Applikation im Vordergrund stand.

Im Gegensatz dazu geht es bei Lösungen wie http://maps.google.com/ oder http://immo.search.ch um das dynamische Nachladen von klar abgegrenzten Daten aus einer grossen Grundmenge. Sehenswert ist ebenso http://www.francisshanahan.com/zuggest.aspx, eine Suchmaske für Amazon, die per Mouseover die History-Daten anzeigt.

Und morgen?

Die fortschreitende Demokratisierung der Medien schafft neue Bedürfnisse an die IT wie auch ans Marketing. Neue Anbieter mit neuen Konzepten Richtung Medien-Konvergenz, Entertainment und Interaktivität werden auftauchen. Jüngstes Beispiel dazu ist Nike mit dem neuen iPod-kompatiblen Nike Air Zoom Moire, eine clevere Kombination von Musik und Sport: Der Laufschuh übermittelt Informationen zu Laufzeit, Strecke, Kalorienverbrauch und Geschwindigkeit kabellos an den iPod. Und wer daraus sein individuelles Trainingsprogramm erstellen will, sendet die Daten per Internet an Nikeplus.com. Weitere Lifestyle-Produkte werden unseren Alltag bereichern – und unser Leben beeinflussen. Oder umgekehrt.

Fazit: Wer an der Spitze dabei sein möchte, braucht nicht nur gute Ideen, sondern auch gut ausgebildete Informatiker, die nebst den technischen Fähigkeiten soziologisches Wissen und Designsensibilität mitbringen.

>>gut ausgebildete Informatiker - offene Stellen im IT-Sektor

HINWEIS: Der oben stehende Inhalt wird vom Autor zur Verfügung gestellt. Dieser Artikel basiert auf der Meinung und Darstellung des Autors und spiegelt nicht grundsätzlich die Meinung des Seitenbetreibers Firma Goldwyn Partners Group AG wieder. Für Zusatzinformationen zum Artikel wenden Sie sich bitte direkt an den Autor.

>>diesen Artikel weiterempfehlen      >>diese Seite drucken      >>nach oben