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Portrait Roland Cattini

Autor:

Roland Cattini
Dipl. Elektroingenieur HTL
Betriebsingenieur HTL/STV
Digicomp Fachbereichsleiter MS Server

Roland Cattini betätigt sich seit mehr als 20 Jahren in der Telekommunikations-
branche. Durch ständige Weiterbildung verfügt er neben seiner Grundausbildung als Elektro- und Betriebsingenieur über das Zertifikat als Microsoft Certified Trainer (MCT), über das MCSE / MCSA (Windows Server 2003) und das ITIL Foundation-Zertifikat. Als erfahrener Software-Entwickler und Projektleiter führt er eine eigene Beratungs- und Schulungsfirma.

Die Digicomp Academy AG ist mit über 600 verschiedenen Kursthemen und 30 Lehrgängen die grösste unabhängige Informatikschule in der Schweiz. www.digicomp.ch

How they know you know –
doch welches Microsoft Zertifikat ist das richtige für Sie?

Wichtige Neuerungen bei Microsoft Zertifizierungen

Von Roland Cattini, Fachbereichsleiter MS Server, Digicomp Academy AG

Microsoft Zertifizierungen im IT Geschäft ebnen den Weg zu interessanten Jobs. Doch welches sind die begehrtesten Zertifikate? Wie bauen die Papiere aufeinander auf und welche Prüfungen müssen wann absolviert werden? Wie heissen die neuen Zertifikate und was ist mein altes noch wert? Fragen zu Zertifizierungen gibt es Tausende. Dieser Artikel gibt Ihnen eine Übersicht.

Microsoft Zertifizierungen sind auf dem Markt gefragt wie nie. Eine Studie von IDC unter IT Managern aus dem Jahr 2006 belegt den hohen Stellenwert von Microsoft Zertifikaten: Zertifizierte Mitarbeiter erhöhen die Leistung des gesamten Teams. IDC schlägt vor, zwischen 40-55 Prozent der Teammitglieder in relevanten Technologien zertifizieren zu lassen. Das bedeutet für den Arbeitnehmer, dass Microsoft Zertifikate bei der nächsten Bewerbung genau den entscheidenden Unterschied ausmachen können.

Vor dieser Ausganglage stehend stellen sich die eingangs aufgeworfenen Fragen. Personen, die an einer Microsoft Ausbildung interessiert sind, stehen vor einem Berg an verschiedenen Titeln und Bildungswegen. Die Benennung der Zertifikate und die Ausbaustufen ändern sich alle paar Jahre, worauf ein neuerlicher Vergleich notwendig wird: Welches neue Zertifikat entspricht meinem bisherigen? Welche weiteren Zertifikate kann ich mit meiner Vorbildung erlangen? Gibt es sogenannte Upgrade Bildungsangebote?

Das neue Microsoft Zertifizierungsgeneration

Werfen wir einen Blick auf die neuen Microsoft Zertifizierungen. Sie sind in drei Stufen gegliedert, die aufeinander aufbauen

  • MCTS: Microsoft Certified Technology Specialist
  • MCITP: Microsoft Certified IT Professional oder MCPD: Microsoft Certified Professional Developer
  • MCA: Microsoft Certified Architect

3stufige Microsoft Zertifizierungen

Die erste StufeMicrosoft Certified Technology Specialist MCTS – fokussiert auf aktuelle Technologien: .NET 3.0, SQL Server 2005, Vista, Exchange 2007, SharePoint2007. Insgesamt existieren im Moment 17 MCTS Zertifizierungen, die aber laufend – mit dem Marktstart von neuen Technologien – ergänzt und erweitert werden. Je nach Anforderungen müssen eine oder zwei Prüfungen abgelegt werden, um MCTS zu werden. Für viele dieser Zertifizierungen gab es bislang keine Entsprechung. Wer eine einzelne Microsoft Prüfung erfolgreich abgeschlossen hatte, durfte sich bis anhin Microsoft Certified Professional nennen. Die Regelung war einfach, aber unsinnig: Seine auf ein spezielles Produkt fokussierten Fähigkeiten konnten so vor seinem Arbeitgeber nur schwer unter Beweis gestellt werden. Mit den neuen Technologie-Zertifikaten wird sich dieser Umstand zum Glück ändern.
Auf den MCTS baut in einer zweiten Stufe der Microsoft Certified IT Professional auf. Im Unterschied zum MCTS beweist dieser Titel nicht mehr nur, dass Sie eine spezielle Technologie sondern eine komplette Job-Rolle beherrschen. Zurzeit sind Sie als MCITP für Entwicklung, Administration oder Business Intelligence bei Datenbanken oder für den Support des Betriebssystems Vista zuständig. Mit dem neuen Windows Server 2008 werden sicherlich einige neue MCITP Zertifizierungen dazu kommen. Momentan ist der MCSE2003 im Bereich Betriebssystem das Mass aller Dinge. Die neuen Zertifikate werden aber im Laufe der Zeit langsam die älteren MCDBA (Datenbanken), MCSE und MCSA (als Systemtechnik-Zertifikate – mit Spezialisierung auf Internet, Security oder Messaging) ablösen. Ersten, noch unbestätigten Informationen zufolge wird Microsoft für die neuen, rollenbasierten MCITP-Zertifikate einen dreijährigen Re-Zertifizierungszyklus einführen.

Analog zum MCITP existiert für den Entwickler-Bereich die MCPD Zertifizierung (Microsoft Certified Professional Developer). Die technischen Kenntnisse eines MCTS werden in praktischen Job-Rollen vertieft. Sie beweisen mit den drei bis jetzt bekannten Richtungen des MCPD für Web, Windows oder Applikationen, dass Sie Ihren Job als Entwickler beherrschen. Weitere MCPD Zertifikate können durchaus dazukommen. Diese Zertifikate gelten ab .NET 2.0, wobei momentan gerade Version 3.0 auf den Markt gekommen ist. Die entsprechenden älteren Zertifizierungen heissen MCAD (Microsoft Certified Application Developer) und MCSD (Microsoft Certified Solution Developer). Diese Zertifizierungen behalten weiterhin Ihre Gültigkeit. Für IT-Entwickler, die sich auf den aktuellsten Stand bringen möchten, gibt es spezielle Upgrade-Kurse, die sich nicht bei den Grundlagen aufhalten, sondern gleich die Neuerungen in Angriff nehmen.

Auf der obersten Stufe thront der Microsoft Certified Architect. Dieses Zertifikat kann man nicht selber durch das Bestehen einer Prüfung erlangen, sondern wird einem nach einem langen Auswahl-Prozess von bereits zertifizierten Microsoft Architekten verliehen. Es erfordert eine langjährige Beschäftigung mit IT und IT Architektur. Der Architekt verbindet Management mit IT. Die Zertifizierung zum Architekten ist ein Prozess, wobei der Kandidat nach einer strengen Auswahl von einem Mentor begleitet wird und schliesslich von einem Komitee bestehend aus anderen Architekten geprüft wird. Der Status Architect unterliegt ständiger Re-Zertifizierung. Auf Stufe Architect hat es bis anhin kein vergleichbares Zertifikat gegeben.

Ist mein älteres Zertifikat nun ungültig?

Microsoft Zertifikate laufen nicht im eigentlichen Sinne ab. Mit einer neuen Produkte-Version kommen jedoch meist auch neue Zertifikate auf den Markt. Ab dem Zeitpunkt, ab dem die neuen Versionen produktiv eingesetzt, verlieren logischerweise ältere Zertifikate an Marktwert, da Sie ja gerade nicht mehr beweisen können, dass Sie über das verlangte Wissen verfügen.

Ab Herbst 2007 beispielsweise werden keine neuen MCSE2000 Zertifikate mehr ausgestellt. Spezielle Upgrade Lehrgänge und verkürzte Prüfungen vereinfachen den Zertifikatsinhabern den Sprung auf die neuen Zertifizierungen. Für den MCSE2000->MCSE2003 Upgrade müssen Sie zum Beispiel nur noch zwei der ursprünglich sieben Prüfungen erfolgreich bestehen. Als zertifizierter Microsoft Desktop Support Technician (MCDST) können Sie mit nur einer zusätzlichen Upgrade-Prüfung Ihr bestehendes Zertifikat Vista-tauglich re-zertifizieren. Die neue Bezeichnung lautet dann MCITP: Enterprise Support Technician. Erste Schulungsanbieter führen die Ausbildungswege dazu bereits im Angebot. Wie genau die Upgrade Kurse für Windows Server 2008 aussehen, können Sie sicherlich bei Microsoft zertifizierten Ausbildungspartner oder bei Microsoft selber in Erfahrung bringen.

Auch Schulungsanbieter und Trainer sind zertifiziert

Microsoft bewertet in einem strengen Partnerprogramm alle Unternehmen, die Microsoft Produkte schulen. Nur wenige erhalten dabei den höchsten Status als Microsoft Gold Certified Partner: Learning Solutions. Achten Sie bei der Wahl Ihrer Ausbildung auf den von Microsoft verliehenen Status des Bildungsanbieter: Nur Learning Solutions Partner verwenden offizielle Microsoft Unterlagen und Microsoft Certified Trainer (MCT).

Zertifikate sind gefragt – eine kurze Übersicht

Zertifikate gibt es natürlich auch in anderen Bereichen und von anderen Herstellern als Microsoft. Zum Abschluss dieses Artikels eine kurze und darum sicherlich unvollständige Übersicht über die wichtigsten internationalen Zertifizierungen in der IT Welt:

  • ITIL – IT Infrastructure Library.
    Besitzer des ITIL Foundation Zertifikates können sich zum ITIL Service Manager weiterbilden. Der ITIL Service Manager ist das höchste verfügbare Zertifikat in IT Service Management.

  • Linux – LPI oder CompTIA
    Im Linux Bereich bietet vor allem das Linux Professional Institute einen vollständigen Linux Zertifizierungsweg: Linux Professional Institute Certificate 1 bis 3. Die dritte und höchste Zertifizierung ist erst seit Januar 07 verfügbar. CompTIA als unabhängige Zertifizierungsinstitution bietet mit dem Linux+ eine Zertifizierung, die auf Stufe LPIC 1 angesiedelt ist.

  • Oracle Associate und Professional
    Die Oracle Zertifikate sind gerade jetzt neu strukturiert und in diesem Zuge zweigeteilt worden: Die grundlegende Fähigkeiten, eine Oracle Datenbank zu administrieren, können mit dem Oracle Certified Associate bewiesen werden. Der Oracle Certified Professional beweist Expertenwissen in der Datenbank-Verwaltung.



  • CompTIA – herstellerunabhängig
    CompTIA ist ein Non-Profit-Verband der IT-Industrie, der in Sachen Zertifizierungen und Standards eine Vorreiterrolle einnimmt. Die Zertifizierungen belegen themenbezogene Kenntnisse wie Server, Netzwerk, Project Management oder Linux. Gewisse Ausbildungen und Zertifikate dienen zur Vorbereitung auf Microsoft Systemtechnik Zertifikate wie MCSE und MCSA und können teilweise angerechnet werden.

  • Java – die Alternative zu .NET
    Die Zertifizierung zum Sun Certified Java Programmer bildet die Grundlage zu weiteren Sun Titeln wie Sun Certified Java Developer, Sun Certified Web Component Developer, Sun Certified Business Component Developer, Sun Certified Enterprise Architect oder Sun Certified Mobile Application Developer.

  • Cisco – Netzwerke beherrschen
    Grundlage zu allen Cisco Zertifikaten bildet der CCNA (Cisco Certified Network Associate). Darauf aufbauend existieren fünf Cisco Certified Professional Zertifikate: Network, Design, Internetwork, Voice, Security.

Die Liste liesse sich noch um einiges weiter führen: Adobe WebDesign, Citrix, Microsoft Office Specialist, Lotus Notes und Domino… Am besten Sie kontaktieren Ihren bevorzugten Schulungspartner oder Ihr nächstgelegenes Testcenter, bei dem Sie die Prüfungen absolvieren wollen. Meist kennen sich diese besser über Zertifizierungswege aus als die eigentlichen Hersteller, da es sich um deren Kernbusiness handelt.

Weiterführende Links:

 

Kontakt:

Digicomp Academy AG
Limmatstrasse 50
CH-8005 Zürich

phone: +41 44 447 21 69
fax: +41 44 447 21 76

http://www.digicomp.ch

 

>>Zertifizierungen: „Learning by Doing“und Selbsteinschätzungen wie „Gute IT-Kenntnisse“ reichen längst nicht mehr... (August 06)

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