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Suchwörter: "oder" "und" Ausgabe 06/2007

Portrait Andreas Eggenschwiler

Autor:

Andreas Eggenschwiler ist Mitglied des Vorstandes der Java User Group Switzerland. Er arbeitet als Senior IT Specialist bei IBM Software Services for WebSphere, wo er sich auf Services Oriented Architectures konzentriert. IBM Software Services unterstützt ihre Kunden dabei, IBM-Software schnell und erfolgreich zum Einsatz zu bringen.

Die Java User Group Switzerland ermöglicht den Wissens- und Erfahrungsaustausch unter ihren Mitgliedern. Sie organisiert regelmässig Vorträge zu Java-Thenmen.

http://www.jugs.ch

Das neue Web:
Wie kann Ihre Firma den Wert ihrer Beziehungen maximieren?

Zusammenarbeit als Grundlage im Web2.0

Eine Konsequenz des .com-Crashes war, dass das leitende Management vieler Firmen eine gesunde Skepsis gegenüber den Versprechungen von neuen Technologien entwickelt hat. IT-Projekten haftet der Ruf an, viel zu versprechen und wenig zu liefern.

Unterdessen hat  sich aber auf der Seite der Technik viel getan. Die Lücken zwischen den Erwartungen der Geschäftsleitungen und der Fähigkeiten der Technologien wurden der Reihe nach geschlossen. Erfolgreiche Internetfirmen der 2. Generation wie Google, eBay und salesforce.com konnten zeigen, dass Internettechnologien nach wie vor die Fähigkeiten haben, neue Geschäftsmodelle zu ermöglichen.

Tim O’Reilly, ein Visionär der zweiten Welle der Internettechnologien, hat für diese neue Welle das Wort „Web 2.0“ geprägt. Web 2.0 baut auf existierenden Standards und Technologien auf, verwendet diese aber für neue Geschäftsmodelle.

Der wichtigste Grundsatz von Web 2.0 ist "Zusammenarbeit". Netzwerke zwischen Anwendern und Firmen sollen entstehen. Der Wert dieser Netwerke vervielfacht sich mit der Anzahl der Beteiligten und deren Aktivität. Offene Standards machen das Etablieren der Netzwerke und das Einbinden von neuen Knoten einfach. Dadurch können auch Nischenprodukte und kleine Communities integriert werden. Dies ist unter dem Schlagwort „Long tail“ bekannt.

Zusammenarbeit soll zwischen Usern und zwischen Geschäftssystemen einfach sein. End-Users verwenden Ajax, um dem Web-Browser die Fähigkeiten von lokal installierten Anwendungen zu geben. Tag-Clouds machen die Suche nach Inhalt für die Community einfach. Mash-Ups erlauben die schnelle Integration von Inhalten. Die Gemeinsamkeit dieser Techniken ist, dass sie nicht durch die IT-Departments, sondern durch die End-Users kontrolliert werden. Mash-Ups erlauben die Kombination von existierenden Inhalten zu neuen Inhalten. Ein Beipiel ist die grafische Darstellung von ortsbezogenen Daten mittels Google Earth.

Die Geschäftssysteme sind ein wesentlicher Teil der Resourcen und Fähigkeiten einer Firma. Was für Users gilt, gilt auch für die Fähigkeiten dieser Systeme: der Wert vervielfacht sich, wenn diese einfach zugänglich als Teil von Netwerken sind. Diese Fähigkeiten der Systeme bezeichnen wir als „Services“. Services Oriented Architectures (SOA) bezeichenet Geschäfts-Fähigkeiten, die als Services einfach zu erreichen und zu nutzen sind.

Da Zusammenarbeit so wichtig ist, brauchen wir Standards. Diese Standards bilden eine gemeinsame Sprache, mit der Systeme und Users kommunizieren können. Nichtproprietäre Standards stellen sicher, dass die Anzahl der Beteiligten in den Netzwerken nicht beschränkt sind. Software-Firmen, die sich sonst als Konkurrenten gegenüberstehen, haben die SOA-Standards in gemeinsamen Gremien definiert.

Java: Die gemeinsame Sprache

Die Java-Plattform war von Anfang an sehr offen. Nicht nur Sun, die Erfinderin von Java, sondern auch IBM, SAP, Oracle und andere brauchen Java als gemeinsame Sprache und Plattform. Daher war Java von Anfang an sehr wichtig für die zweite Welle der Internettechnologie. Da aber Microsoft bei SOA von Anfang an beteiligt war, sind Services Oriented-Standards nicht Java-spezifisch. Services Oriented Architecture macht die Integration von Java, Microsoft, Mainframes und ERP-Systemen einfach.

Aus einer Geschäftsperspektive sind drei Standards besonders wichtig. Dies sind SCA (Service Component Arichitecture), SDO (Service Data Objects) und BPEL (Business Process Execution Language).  SCA beschreibt, wie Services einander aufrufen können. SDO beschriebt, wie Geschäftsdaten ausgetauscht werden. BPEL ermöglicht die Choreographie der Services. Neue Geschäftsfähigkeiten können mittels BPEL schnell und einfach aus existierenden Services komponiert werden.

Web 2.0 und SOA untestützen und verstärken einander.

Web 2.0 User-Intefaces und Services Oriented Architecture gehen Hand in Hand. SOA-Services können sehr einfach aus Web 2.0-Anwendungen aufgerufen werden. Die Kombination von Services ist eine Form von Enterprise Mash-Ups.

Web 2.0 und SOA erlauben es einer Firma, sich sehr schnell an neue Geschäftsstrategien  und Umgebungen anzupassen. Dadurch ist IT nicht mehr ein Bremsklotz für die Implementierung, sondern macht die schnelle Implementierung von neuen Geschäftsstrategien überhaupt erst möglich.

Zusammenarbeit, neue Kombinationen von Inhalten und Services und Kontrolle durch die Users erlauben es heute, die Visionen des ersten Internetbooms zu realisieren. Die Beziehungen, die eine Firma mit anderen Firmen hat und die Services, die eine Firma ihrern Partnern bieten kann, wird so zu dem, was die Firma überhaupt ausmacht.

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