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In Kooperation mit 
Von Felix E. Wiesner, Personalberater bei der Westernacher Partner AG
Wodurch zeichnet sich durchschnittliche Leistung aus und woran erkennt man exzellente
Arbeit? Jeder kennt Beispiele für schlechten Service, schlechte Dienstleistung, kontraproduktives
Verhalten. Das ist nicht Durchschnitt – das ist und bleibt schlecht!
Durchschnitt ist Fehlen von besonderen Erkennungszeichen, die eine Leistung positiv aus
der Masse heraushebt. Besonders freundlich, pünktlich, haltbar, sauber, fürsorglich etc.
Der Unterschied beruht fast immer auf dem Engagement der Menschen, die die Leistung für
uns erbringen.
Wenn Überdurchschnittliches verlangt wird, muss man eigentlich nur den „Knopf“
finden, um das besondere Engagement der Mitarbeiter zu aktivieren. Schließlich werden
sie dafür bezahlt! Das klingt so einfach, aber warum klappt das so selten?
Laut Gallup fühlen sich 87% der Erwerbstätigen in Deutschland nicht verpflichtet, die Interessen
Ihres Arbeitgebers wirklich zu vertreten, die Produkte zu empfehlen oder im Sinne des Arbeitgebers
bestmöglich zu handeln. Bei 36,6 Mio Erwerbstätigen wären das etwa 31 Mio Arbeitnehmer.
Sie arbeiten ohne Engagement oder Interesse am Ergebnis. Man kann davon ausgehen, dass
die Leistung dieser Menschen im Betrieb den Durchschnitt wesentlich prägt. Der Durchschnitt
wird also von Gleichgültigkeit geprägt. 6,5 Mio davon haben nach dieser Studie eigentlich gar
keine Lust mehr und haben eigentlich
innerlich gekündigt. In dieser Gruppe
von Menschen, die teilweise in Ermangelung
von Alternativen seit Jahren
ihren Anwesenheitspflichten genügt
staut sich auch das Potenzial zu
Boykott oder Sabotage auf, die zu
bewusst schlechten Leistungen führt,
obwohl sie formal erbracht werden.
Die Forscher von Gallup haben ausgerechnet,
dass dies die deutschen
Unternehmen jährlich 260 Milliarden
kostet. Das wäre pro Uninteressierten
ein Verlust von 7-10tsd€ pro Jahr.
Wir erkennen dies als Verbesserungspotential
In dieser wertmäßigen Berechnung bleibt außer Acht, dass dann die Arbeit auch für den Rest der
Mannschaft effektiver wird und Reibungsverluste verhindert werden – sozusagen ein Zinseszins
für Engagement.
Man muss nun kein Prophet oder Seher sein, um drei Ansatzpunkte zu erkennen, um dieses
Potenzial auch für das eigene Unternehmen anzugehen.
Sofern sie mehr als 20 Mitarbeiter haben, werden
sie höchstwahrscheinlich einen Teil der 30 Mio Uninteressierten
beschäftigen.
Jeder weiss es – dennoch sind die konkreten Hebel
nicht so leicht zu finden. Und hat man sie gefunden, ist
die effektive Veränderung auch nicht leicht. Als Manager
mit 100 Mitarbeitern aber zu wissen, dass statistisch
ein Ergebnispotenzial von 700-900tsd€ zu heben sein
müsste, lässt manche Mühen erträglich erscheinen.
Vielleicht schafft man nicht alles, aber eine halbe Million
sollte „drin“ sein.
Ansatz bei den Führungsinstrumenten
Wir empfehlen Ihnen einen Weg, bei dem Sie die Leistungsträger selber beteiligen können. Sie
verschaffen sich zunächst Aufmerksamkeit indem sie sich für sie interessieren und persönlich
ansprechen. Sie vergleichen letztlich ihre Bedürfnisse mit den betrieblichen Notwendigkeiten. Ob
sich dieser Weg für sie anbietet, können sie durch die folgenden Fragen beantworten. Sie haben
vermutlich solche Mitarbeiter, wenn Sie die folgenden Aussagen zutreffend finden?
- Vorgesetzte setzen bei erhöhten Anforderungen die Sollvorgaben
hoch und die Nichterreichung hat ggf. vor allem Auswirkungen
auf die Höhe der Bonuszahlungen.
- Es gibt viele Manager, die bei sich abzeichnenden Problemen
den Druck mit Drohungen erhöhen oder Überstunden verlangen.
- Mitarbeiter beklagen sich über Maßnahmen ihrer Vorgesetzten
und verlangen von höheren Ebenen Bestätigung.
- Es gibt nur wenige Stammkunden, auf die man sich langfristig verlassen kann. Über 60%
des Umsatzes wird mit Einmalkunden erzielt.
- Um die Attraktivität des Unternehmens zu erhöhen, werden immer neue Produkte auf den
Markt geschoben.
- Es ist eher selten der Fall, dass sich die Manager darüber unterhalten, mit welchen Methoden
sie die gesetzten Ziele erreichen.
Diese Fragen können oftmals nicht innerhalb eines Unternehmens im Rahmen einer Nabelschau
erhoben werden, weil es in einer Umgebung mit vielen Frustrierten auch viel Angst, Unsicherheit
und gegenseitiges Misstrauen gibt. Wird dies durch externe Unternehmensberater
durchgeführt, gibt es eine Chance, zu validen Aufsetzpunkten zu gelangen. Das Problembewusstsein
für die Anwendung von situativ geeigneten Führungsinstrumenten ist vielfach nicht
ausgeprägt.
Ansatz in der Personalauswahl
Ein zweiter Aspekt betrifft die richtige Auswahl der Stelleninhaber. Wir leben in einer Zeit, in der
viele sehr schnell (vorschnell) wichtige Entscheidungen treffen. Das betrifft Chefs, die rein nach
dem Bauch, der Optik oder den Arbeitszeugnissen innerhalb von wenigen Minuten einen Bewerber
beurteilen oder gar einstellen. Das betrifft aber auch Menschen, die ihre Berufswahl auf
Grund von völlig irrelevanten sehr kurzfristigen Gelegenheiten, Stimmungen oder Einflüsterungen
treffen. In dieser Melange von zu unrecht Eingestellten und falscher
Berufswahl
kann überzeugendes Engagement für ein Unternehmen
schwer hergestellt werden. Es lässt sich nur verhindern,
indem man die Auswahl qualifiziert und die auf Grund ihrer Persönlichkeit
ungeeigneten Bewerber frühzeitig identifiziert und unabhängig
von Zeugnissen nicht einstellt.
Die Korrektur des Verhaltens der Personalverantwortlichen bezüglich nachvollziehbarer Einschätzungskriterien
in der Personalbeurteilung selbst ist ungleich schwerer aufzulösen. Sie
verlangen eine sehr tiefe und gewissenhafte Analyse, und die Bereitschaft des Unternehmers,
attraktive Werte zu schaffen. Dann lassen sich aus den Erkenntnissen für das Unternehmen
aber auch für die Mitarbeiter gangbare Alternativen herleiten. Der Zugang zu solchen Fragen ist
bei vielen durch Denkblockaden erschwert. Ohne Not begeben sich nur wenige auf die Suche
nach den eigenen Beweggründen oder sind bereit, sich oder anderen gravierende Fehlentscheidungen
einzugestehen. Nur Außenstehende und als kompetent erkannte Personen „dürfen“
dies erkennen und beschreiben. Häufig beobachtet der Personalberater jedoch, dass
selbst das Offensichtliche bei den Betroffenen selbst sehr schwer akzeptiert wird. Aus diesem
Dilemma führen nur wenige Wege – aber es gibt sie. Gegenseitige Wertschätzung ist ein Anfang.
Die verantwortungsgerechte Gestaltung von Motivationsprozessen ist ein längerfristiger,
lohnender Prozess.
Meist sind Auswahlprozesse und -kriterien bei Neueinstellungen in vielen Unternehmen nicht
ausreichend systematisiert, dennoch aber gut zugänglich. Diese tief hängenden Früchte lassen
sich mit professioneller Unterstützung leicht abernten. Zukunftsorientierte Anforderungsprofile,
Potenzialanalysen mit und ohne Online Assessments, Stellenbeschreibungen, Best practise
Datenbanken – ein Strauß effektiver und erprobter Maßnahmen. Durch den Einsatz von Tools
und die damit verbundene Dokumentation lassen sich viele Entscheidungsprozesse sehr
schnell lenken und transparent machen. Es wird sichtbar, welche Fehler in der Zukunft vermieden
werden können.
myEmployee zur Diagnose und als Königsweg
Westernacher geht an diese Situation mit dem Programm „myEmployee“ heran, das die verschiedenen
Aspekte voneinander trennt und eine zielgerichtete und differenzierte Herangehensweise
ermöglicht.
Kategorie 1
Manager mit fragwürdigen Managementmethoden.
Diese sollte man nicht nur erkennen,
sondern tatsächlich hinterfragen. Zu erkennen
sind diese Situationen daran, dass
neben einer schlechten Stimmung mit gegenseitigem
Mobbing eine Allianz gegen
die Führung existiert. |
Kategorie 2
Manager, die Mitarbeiter haben, die für die
Aufgaben oftmals ungeeignet sind. Das kann
auf falsche Auswahl, aber auch auf falsche
Zuordnung zurückzuführen sein.Zu erkennen
sind diese Situationen daran, dass Mitarbeiter
sich über die Arbeit beschweren
oder den Lohn als unangemessen betrachten. |
Kategorie 3
Mitarbeiter, die keine oder falsche Führung
haben. Sie werden z.B. an Ergebnissen gemessen,
die sie nicht beeinflussen können. Zu
erkennen sind diese Situationen daran,
dass Mitarbeiter sich nicht verantwortlich
fühlen. |
Kategorie 4
Mitarbeiter, die trotz einer klaren Aufgabe und
Arbeitsbeschreibung etwas anderes tun und
dies oftmals sogar begründen können. Zu
erkennen sind diese Situationen daran,
dass die Mitarbeiter die Produkte des eigenen
Unternehmens entweder nicht kennen
oder nicht empfehlen. |
Es ist nie so, dass Gründe für durchschnittliche Leistungen, also fehlendes Engagement oder
Gleichgültigkeit ausschließlich einer Kategorie zuzuordnen sind. Es ist immer ein Strauß von
Problemen, die sich auch untereinander begünstigen oder verstärken.
Es ist aber immer so, dass für herausragend gute Leistungen ein besonderes Engagement
erforderlich ist. Hat man die Analyse durchgeführt, lassen sich Maßnahmen formulieren, um die
die Ergebnisse im eingangs erwähnten Umfang auch einzufahren.
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