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von Peer Dittmar, Online Medien Experte, www.peerdittmar.com
Für John hat sich ein Traum erfüllt. Bis vor kurzem war John Fan von Google. Als angestellter Webmaster in einem KMU nutzte er im Rahmen seiner Tätigkeit verschiedene Google-Technologien. Dabei baute sich John über Jahre hinweg einen spezifischen und umfangreichen Kenntnisstand auf. Sein Wissen teilte John aktiv mit Gleichgesinnten. Heute ist John nicht mehr nur Fan, John ist ein Fanployee.
Begeisterte Menschen reden …
Fanployees arbeitet nicht etwa irgendwo, für irgendetwas und schon gar nicht auf Lebenszeit, sondern sie bilden mit ihren Arbeitgebern für einen bestimmten Zeitraum eine begeisterte Einheit, um selbst und ständig in einem Unternehmen Wert zu schöpfen. Dafür fordern sie Partizipation, suchen neue Kooperationsformen, Rekombinieren ihre Fähigkeiten, um neue Berufe auszuüben und sehen im permanenten Wandel eine Chance. Damit dies die richtigen Arbeitgeber und Personalberater erfahren, sprechen sie darüber. Fanployees fällt dies leicht, denn wer begeistert ist, redet gerne und voller Elan. Das Web2.0 bietet hier ungeahnte Kommunikationsmöglichkeiten.
Das Web macht Gespräche möglich…
Der Begriff Web2.0 wurde im Jahr 2004 vom O’Reilly Verlag geprägt. Ursprünglich als Konferenzname kreiert, stehen Web2.0 und die sich daraus entwickelten Webangebote heute auch für ein fundamentales Überdenken und radikales Erneuern von Kommunikation. Web2.0 macht Gespräche möglich und vielfältig, wie der „social media starfish“ von Starblogger Robert Scoble aufzeigt.

Web2.0 Angebote zeichnen sich dadurch aus, dass sie webbasiert sind, die Anwender im Prozess der Leistungserstellung stark integriert und die Nutzungsmöglichkeiten einfach gehalten sind. Vernetzung und Partizipation bewirken bei den Anwendern in der Regel proportionale Wertsteigerungen zur Nutzungshäufigkeit. John wusste dies und nutzte das Web als Plattform für sein Reputationsmanagement, wie viele andere Menschen auch.
Und siehe da, 80 Prozent der deutschen Personalberater sind der Meinung, dass Manager heute durch eine geeignete Präsenz im Internet ihre Karriereoptionen aktiv gestalten sollten, so das Ergebnis der aktuellsten Personalberaterbefragung vom Bundesverband Deutscher Unternehmensberater . Eine Möglichkeit, dies sehr wirksam zu tun, bieten Blogs.
Blogs: Reputation durch Partizipation…
Blogs sind themenspezifische, dialogorientierte Online-Medien. Derzeit gibt es weltweit ca. 14 Millionen aktive Blogs (Quelle: Technorati). Auf den deutsprachigen Raum entfallen dabei ca. 140'000 Blogs (Quelle: Deutschen Blogcharts), wobei schätzungsweise 10'000 Blogs aktiv in der Deutsch Schweiz unterhalten werden. Blogs sind bedeutende Vertreter der „social media generation“. Im Unterschied zu „mainstream media“, also den klassischen Medien, werden die Inhalte nicht mehr ausschliesslich von Journalisten bzw. Medienveranstaltern kontrolliert, sondern von einem oder mehreren Mitgliedern einer Gemeinschaft. Nichtsdestotrotz gilt für Blogs das Selbe, was für jedes andere Medium auch gilt, nämlich dass der mediale Erfolg, und dieser äussert sich in der Anzahl Leser, von der inhaltlichen Attraktivität und der glaubwürdigen Präsentation dieser Inhalte abhängig ist
Unsere Empfehlung: Zum Reputationsmanagement mittels Blogs stehen Ihnen grundsätzlich zwei Wege offen: Entweder betreiben Sie selbst einen Blog oder aber Sie engagieren sich bei bestehenden Blogs. Einen Blog zu eröffnen ist nicht schwierig, 5 Minuten und Sie haben es geschafft. Die grosse Herausforderung besteht darin, regelmässig interessante, eigene Inhalte zu produzieren. Dann ist es machbar, um innerhalb eines bestimmten Themengebietes eine gewisse Relevanz zu erreichen. Neben den Inhalten brauchen Sie echte Leidenschaft, 6 bis 12 Monate Geduld und das Verantwortungsbewusstsein, regelmässig Ihre sich aufbauende Leserschaft kommunikativ zu versorgen. Dieser Weg stellt die Kür dar. Alternativ können Sie Ihr Expertenwissen einfach auf bestehenden Blogs einbringen. Dieser Weg ist eindeutig entspannter, denn Sie sind völlig frei zu entscheiden, wann und wo Sie sich äussern. Reputation bedingt Kompetenzen und Qualifikationen. Wenn Sie über diese „sprechen“ müssen die üblichen Umgangsformen gewahrt bleiben. Authentizität, Respekt und Anstand sind die Grundlagen dafür. Und denken Sie daran: Das Web2.0 macht Gespräche nicht nur möglich, sondern auch unvergessen.
Business Networks: Reputation durch Vernetzung…
Business Networks wie Linkedin oder Xing gehören zu den Karrierestandards. Nach eigenen Angaben von Xing nutzten aktuell 4,5 Millionen die Nummer 1 Plattform für Geschäftskontakte im europäischen Raum. Linkedin wird nach eigenen Angaben weltweit von 16 Millionen Menschen genutzt. Es überrascht deshalb nicht, dass gut Dreiviertel der Befragten BDU-Personalverantwortlichen die aktive Teilnahme an Online-Karrierenetzwerken befürworten. Interessant sind jedoch Plattformen wie Facebook & Co., die eine Symbiose von privatem und geschäftlichem Netzwerk bieten. Facebook vereint aktuell weltweit 50 Millionen Mitglieder. Trotz oder gerade wegen der Virtualisierung suchen und brauchen Menschen die Gemeinschaft. Und sie finden diese, beinahe schon lebenslang, über den gesamten sozialen Lebenszyklus hinweg. Eine interessante Richtung schlägt hier das deutschsprachige Pendant zu Facebook, names StudiVZ ein. Das Netzwerk für Studenten wurde Ende 2005 von Studenten für Studenten gegründet. Nach eineinhalb Jahren wurde die Community von der Verlagsgruppe Holtzbrinck für 85 Millionen Euro aufgekauft. Bereits kurze Zeit später wurde der Ableger SchülerVZ gegründet. Holzbrinck hat offensichtlich grosses vor, fehlt nur noch ein AlumniVZ, wofür die Domain von Holzbrinck bereits reserviert wurde. Laut ComScore besuchten im Juli 45,0 % der Deutschen Internetnutzer (14,8 Millionen Nutzer) soziale Online-Netzwerke. StudiVZ verzeichnete dabei 3,1 Millionen individuelle Nutzer. Werden die knapp 1 Million Nutzer von SchülerVZ (Angaben Holzbrinck) hinzugerechnet handelt es sich hier um den wahrscheinlich grössten Human Ressource Pool im deutschsprachigen Raum.
Unsere Empfehlung: Weniger ist mehr. Seien Sie in einem Netzwerk Ihrer Wahl präsent, dann aber vollständig. Profile sollten möglichst zu 100% ausgefüllt sein. Bspw. stehen bei Xing Informationen „Ich biete“ und „Ich suche“ im Vordergrund. Diese Angaben sind wichtig für Ihr Reputationsmanagement. Ebenfalls sehr wichtig ist, dass Sie sich aktiv in dieser Community bewegen. Dazu gehört: Andere Personen einladen, auf Mitglieder bei Problemstellungen zu gehen und ihre Kontakte informieren. Davon ist abhängig, ob Sie es schaffen, Beziehungen zu Ihren Kontakten herzustellen. Bspw. habe ich den Grundsatz, alle meine Xing-Kontakte persönlich kennen zu lernen.
Hinsichtlich des Auswahlkriteriums, welche Community sich für Sie eignet, gilt im Zweifel: Fangen Sie dort an, wo Sie die meisten Kontakte erwarten. Nichts ist schlimmer als eine leere Kontaktliste zu haben.
Wie beim Thema Blogging gilt, dass Gesagtes und Gezeigtes nicht vergessen geht. Die Präsenz in einer der genannten Communities ist Pflicht. Wirksame Vernetzung setzt Authentizität, Respekt und Anstand voraus.
Fazit
Richard Riley vom Secretary of Education ging bereits Anfang des neuen Jahrtausends davon aus, dass die Top 10 Berufe die im Jahre 2010 nachgefragt werden im Jahr 2004 noch gar nicht existieren. Diese Kluft wird sich vermutlich vergrössern. Wenn es den Job, den sie heute wollen, gestern noch gar nicht gab ist eine wirksame Massnahme pro aktives Reputationsmanagement. Egal ob Blogging und Networking, das Web2.0 ist ihre Plattform, um begeistert und voller Elan über ihre Fähigkeiten und Eigenschaften zu reden. Und dann sind sie wie John nicht nur ein Fanployee, sondern dann haben sie die Möglichkeit einen Job anzunehmen und auszuführen, welchen es bis vor kurzem noch gar nicht gab. Genau wie die Person, die John zu Google holte, Adam Lasnik, Search Evangelist von Google, wurde auf John’s Reputation aufmerksam und gewann ihn für das Webanalytics-Team in Zürich. Und hier können Sie sich die Geschichte anhören (Quelle Netznews.tv).
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