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In Kooperation mit 
Von Dipl.-Ing. Klaus Leichsenring, Mitarbeiter der USU AG
Es gibt ein breites Spektrum von Möglichkeiten, Kosten auf Kostenstellen zu überführen,
damit diese auf Leistungen bzw. Kostenträger abgebildet werden können. Auf der einen
Seite stehen die so genannten „Flatrates“ - also Pauschalen, die als Gemeinkosten per
Umlageverfahren verteilt werden. Dem gegenüber analysiert die verursacherbezogene
Leistungsverrechnung jegliche Kosten detailliert und stellt diese internen wie externen
Kunden als Leistungen in Rechnung.
Dieser Artikel gibt einen Überblick über die unterschiedlichen Lösungsansätze und zeigt
ihre Vor- und Nachteile auf. Er soll dem Controller helfen, die richtigen Entscheidungen bei
der Konzeption der Leistungsverrechnung zu treffen. Der Fokus liegt hierbei auf der
Kostenstellenrechnung in der Informationstechnologie (IT) und kommt somit für das ITControlling
in Betracht. Die meisten Punkte können jedoch im Wesentlichen auch auf jene
Kosten- und Erlösrechnung übertragen werden, die mit der IT selbst im weitesten Sinne
nichts zu tun haben. Es wird der potentielle Nutzen sowohl für die Planung, Koordination
und Steuerung der IT-Kosten als auch für die Rechnungsstellung dargestellt. Weiterhin
werden Grenzen der Leistungsverrechnung beschrieben und Gefahren aufgezeigt, die
durch Fehlinterpretation der Ergebnisse oder Fehlsteuerung der unterstützenden Systeme
entstehen können. Ebenso wird der Bedarf der Skalierbarkeit einer IT-gestützten
Leistungsverrechnung erörtert. Begleitet werden die Ausführungen von Beispielen aus der
Praxis bei unternehmensinternen Vollkostenverrechnungen. Auch wenn sich die
verursacherbezogene Leistungsverrechnung auch unter anderen Bedingungen realisieren
lässt, beispielsweise als Grenzkostenverrechnung oder für einen reinen externen
Kundenkreis bzw. IT-fremde Leistungen - die Auswirkungen dieser Bedingungen müssen
im Einzelfall bei der Konzeption der Leistungsverrechnung berücksichtigt werden.
Kenne ich die Kosten meiner angebotenen Produkte ausreichend
genau?
Für die Unternehmenssteuerung sind aussagekräftige Daten über die Beziehung der
Kosten zu den Erlösen unabdingbar. Für die Erlösseite gibt es in der Regel ausreichend
digitalisierte Belege, die in geeigneter Form aufbereitet werden können. Sind aber diese
Erlöse nachhaltig in ihrer bestehenden Form aufrecht zu erhalten? Auch auf der
Kostenseite lassen sich die Daten systematisch erfassen. Schleichen sich bei mir aber im
Laufe der Zeit Kosten ein, die ich nicht gezielt auf entsprechende Erlöse abbilde, da ich
den Bezug nicht erkennen kann? Der Verfall der Kosten für Speichermedien bei
gleichzeitig explosionsartiger Zunahme des Speicherbedarfs zeigt, dass eine Kosten- und
Erlösrechnung auf Veränderungen kurzfristig reagieren muss. Der gestiegene
Speicherplatzbedarf wirkt sich auf andere Faktoren wie Sicherungen und den ITNetzverkehr
aus, weshalb bei gleichbleibender Qualität in diese Funktionalitäten investiert
werden muss. Waren vorher Netzkosten in den Plattenplatz mit einem geringen
Prozentsatz kalkuliert, so bilden sie heute eine eigene Leistung.
Wird sich mein Kunde nur mit qualifiziert beschriebenen Leistungen
zufrieden geben?
Die einfachste Art, Kosten den erbrachten Leistungen, also den Erlösen, gegenüber zu
stellen ist die Verwendung von Pauschalen. Hierbei kann man in der Regel den Aufwand
extrem gering halten. Vereinbart wird mit den Abnehmern der Leistung ein
Verteilschlüssel, der dann für einen bestimmten Zeitraum Gültigkeit besitzt. Ändern sich
die Rahmenbedingungen, z.B. gestiegene Energiekosten, kann man im Prozess spontan
und flexibel reagieren, sofern die Vereinbarungen dies zulassen. In der kurzfristigen
Planung berücksichtigt eine Verrechnung von Pauschalen die Erlösseite des
Leistungserbringers ebenso wie die Kostenseite des Kunden.
Ein Beispiel:
Stellt ein IT-Dienstleister Serverleistungen zur Verfügung, mögen diese die Kosten für
Hardware, Lizenzen und Wartung der Software, Support, Netzleitungen, Strom, Kühlung,
Räume und vieles mehr abdecken. Steigen nun unerwartet die Kosten für den Support
überdurchschnittlich, kann der Serviceanbieter bei entsprechender Vereinbarung diese
Kosten über eine erhöhte Pauschale dem Kunden weiterreichen. Sollte die Gewinnmarge
unverändert bleiben, kommt alternativ auch eine Senkung der anderen Bestandteile in
Betracht.
Die Verrechnung über Pauschalen reicht aus, wenn sich der Kunde mit der qualifizierten
Angabe der jeweiligen Veränderung der Kosten zufrieden gibt und eine Anpassung der
Pauschale bzw. des Leistungsumfangs akzeptiert. Sie kann ebenfalls dort eingesetzt
werden, wo man entweder größere Schwankungen der Margen verkraften kann oder
Erhöhungen einzelner Kosten ausreichend und flexibel mit Senkungen von anderen
Kosten auszugleichen sind. Bei lang laufenden Verträgen sowohl mit Lieferanten als auch
mit Kunden eines homogenen Kundenkreises, bei denen die Kosten und die angebotenen
Leistungspakete unverändert bleiben oder deren Änderungen rechtzeitig (> 1 Jahr)
absehbar sind, kann man bedenkenlos über Pauschalen verrechnen.
Für eine mittel- und langfristige Planung ist eine Verrechnung über Pauschalen jedoch
nicht ausreichend. Dem Kunden fehlen Informationen, ob der Preis für die ihm erbrachten
Leistungspakete angemessen ist, da er ihn schwer mit den Leistungen anderer
Dienstleister vergleichen kann. Für den Anbieter der Leistungspakete ist der Verzicht auf
durchgängige Zuordnungen einzelner Kosten auf verrechenbare Leistungen an Kunden
ein weit größeres Problem, wenn die Kunden keine homogene Gruppe bilden. Werden bei
o.g. Beispiel die Supportkosten über einen Gemeinschlüssel in die Serverpaketleistungen
auf Kostenstellen gelenkt, so führt dies unweigerlich zu Verfälschungen, wenn im Laufe
der Zeit (oft schon innerhalb eines Jahres) ein Kunde deutlich mehr Supportkosten
verursacht als ursprünglich angenommen. Solche Veränderungen verursachergerecht zu
ermitteln, ist nicht nur für die Planung und Steuerung der IT-Kosten und Erlöse
erforderlich. Es kann auch für die direkte Verrechnung an interne sowie externe Kunden
verwendet werden. Risiken der Abnahmemengen werden somit abgefedert.
Ein weiteres Beispiel:
Entfällt ein Kunde aus konzernpolitischen Gründen (Verkauf, Ausgliederung etc.), so ist
die Ermittlung des eigenen Erlöseinbruchs relativ leicht, doch fällt es bei der Verrechnung
über Pauschalen, Gemeinkostenschlüssel und Verteilkostenschlüssel schwer, zu
identifizieren, welche eigenen Kosten dadurch sinken oder gar obsolet werden. Hierfür
benötigen Anbieter ein Mittel, die Kosten weitgehend automatisiert auf Leistungen
abzubilden und diese dann verursacherbezogen auf Kundenkostenstellen abzulasten.
Welcher Aufwand ist erforderlich, um eine ausführliche
verursacherbezogene Leistungsverrechnung einzuführen und zu
betreiben?
Sind alle vorhandenen relevanten Kosten sowie Produkte aus dem Leistungskatalog
erfasst, müssen sie in Beziehung gebracht werden. Ist es noch vergleichsweise einfach,
Kosten für Anschaffung, Wartung und Betrieb einzelner Systeme festzustellen und in
Kostenarten zusammen zu fassen, so stellt sich spätestens beim Versuch der Zuordnung
dieser Kosten auf fachliche Kostenstellen die Frage, wie sie sich automatisiert übertragen
lassen. Eine wesentliche Rolle spielt der Detaillierungsgrad der Leistungserfassung. Hier
darf man nicht der Verführung erliegen – „je genauer, desto besser“. Nicht alles, was
messbar ist, ist für das Verrechnen von IT-Leistungen auch sinnvoll1. Vielmehr gilt es
auch zu berücksichtigen wie sich die eine oder andere Verrechnungsmethode auf das
Verhalten der Kostenstellenverantwortlichen auswirkt. Diese sind schließlich aufgrund
einer adäquaten Ausgestaltung des Kostenstellenplans angehalten, ihre Kostenstellen zu
kontrollieren2. Den Anreiz hierfür erhalten sie in der Regel durch Prämien bei Einhaltung
oder Unterschreitung der Kosten.
Ebenso gilt die Forderung, dass die Leistungserfassung zu einem Verdichtungsniveau
zusammengefasst werden kann, das eine Gegenüberstellung zum Plan ermöglicht3.
Hier ein Beispiel:
Nehmen wir an, bisher wurden für die Verrechnung eines SAP®-Systems die Anzahl der
angemeldeten Anwender verwendet. Dies ist eine überschaubare Steuergröße, deren
Veränderungen auch manuell für die Verrechnung verwendet werden kann. Es bringt
keinen Vorteil, die Granularität der Verrechnung zu vergrößern, indem auf die Anzahl der
Transaktionen umgestellt wird. Die Kosten sind in beiden Fällen die Gleichen und werden
sich durch die eine oder andere Verrechnungsmethode nicht ändern. Vorher waren die
sparsamen Kostenstellenverantwortlichen darauf bedacht, die Anzahl der Anwender
gering zu halten. Diese wurden angehalten, alle erforderlichen Transaktionen für eine
größere Anzahl von Personen stellvertretend durchzuführen. Nach der Umstellung auf
Transaktionen war man von Seiten der Kostenstellenverantwortlichen bemüht, nur die
erforderlichen Transaktionen im SAP® durchzuführen und, soweit möglich, die Daten mit
z.B. dem Standard der Office-Produkte weiter zu bearbeiten. Der einzige Nutzen, den das
Unternehmen dadurch hat, ist die Erkenntnis, welche Transaktionen unbedingt erforderlich
sind und welche bei einem Upgrade oder einer Migration von SAP® gegebenenfalls
wegfallen könnten. Unter Umständen entsteht durch eine zu sparsame Verwendung von
SAP®-Transaktionen ein Mehraufwand bei der Weiterverarbeitung mittels Office-
Produkten. In diesem Fall steigt unweigerlich die Fehlerhäufigkeit durch mangelnde
automatisierte Plausibilisierungen. Dieser Lösungsansatz bringt demnach trotz größerer
Granularität mehr Nachteile mit sich. Umso interessanter ist der Ansatz, die vorhandenen
Transaktionen mit einer Wertigkeit zu versehen. Werden Transaktionen, die häufiger
aufgerufen werden, billiger angeboten, so nimmt der Anwender eher Abstand von einer
zwar umständlicheren, aber für ihn vermeintlich günstigeren Lösung. Dieser Ansatz lässt
sich jedoch nicht mehr mit einfachen manuell erfassbaren Mitteln verfolgen, sondern muss
IT-gestützt erfolgen. Vor der Ausgestaltung stellt sich dennoch die Frage: Kostet mich die
Verrechnung der Daten mehr, als der Nutzen, den ich hieraus habe? Wie aufwendig ist es,
die Wertigkeit auf einen gültigen Stand zu halten? Wie oft muss ich kontrollieren und
gegebenenfalls die Wertigkeit anpassen und wie aufwendig ist es, die Anpassung in
meinem Leistungsverrechnungssystem abzubilden.
Selbstverständlich lohnt sich eine verursacherbezogene Leistungsverrechnung nicht
immer für die vollständige Ermittlung der Zusammenhänge einzelner Produkte und
Kosten. Vielmehr gilt es nach dem Pareto-Prinzip mit einem relativ geringen Aufwand
(20%) den Grossteil (80%) hierüber abzubilden und den verbliebenen Rest als Overhead in
die Preise der Produkte einzukalkulieren. Jedoch müssen auch die verbliebenen 20%
stets im Auge behalten werden, da sich im Laufe der Zeit die Schwerpunkte verschieben
können.
Ein Beispiel:
Da der DB2-Anteil auf dem Hostsystemen jahrelang nur max. 10% des Plattenplatzes war,
konnte er problemlos als Overhead in den Preis eingerechnet werden. Aufgrund von
Ablösungen diverser Systeme sowie Neuentwicklungen stieg er aber innerhalb weniger
Jahre auf über 30%. Diese gestiegenen Kosten verfälschten das Ergebnis und machten es
für Planungs- und Steuerungszwecke unbrauchbar.
Verfolgt man den Ansatz, schon bei der Entstehung der Kosten ausführliche Mechanismen
der verursacherbezogenen Leistungsverrechnung wie Kostenstellen oder Preise
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einzubauen, führt dies in der
Regel zu Mehraufwenden durch
Redundanzen bei der Betreuung
der heterogenen
Systemlandschaft. Eine
kostengünstigere Alternative
dagegen ist es, die Systeme
möglichst unverändert zu lassen,
bei denen Kosten systematisch
erfasst werden können.
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Zumeist reicht es, aus den
Systemen die Protokolle zu
sammeln und nach einer
individuellen Vorverarbeitung
einheitlich in einem
Leistungsverrechnungssystem
zuzuordnen. Die Stammdaten
können ebenfalls in einem zentralen System verwaltet werden. Ein vielfältiges Vorhalten
und Verarbeiten in einer Vielzahl unterschiedlicher Systeme kann so vermieden werden.
Die Umstellung einer dezentralen Verarbeitung von Daten auf eine zentrale
Leistungsverrechnung bringt zwar bereits kurzfristig Einsparungen. Jedoch stellt sich der
kurzfristige Return Of Investment mit der Neueinführung einer Leistungsverrechnung nicht
ein. Allein dadurch sind nur geringe direkte wirtschaftliche Effekte erzielbar. Vielmehr ist es
ein Instrument zum Erkennen von Defiziten und daraus resultierendem Handlungsbedarf,
welcher mit richtigen Entscheidungen auch zielführendes Handeln nach sich ziehen soll.
Die Erkenntnis eines Missstandes allein führt noch nicht zum Erfolg. Der laufende Betrieb
einer zentralen Leistungsverrechnung ist mit deutlich weniger Ressourcen zu
bewerkstelligen, als wenn man Mitarbeiter aus den unterschiedlichsten Bereichen mit
zusätzlichen Aufgaben der Leistungsverrechnung beschäftigt. Bei der AGIS, der ITTochter
der Allianz, wird die technische Verwaltung der Leistungsverrechnung inklusive
der inhaltlichen Validierung und Qualitätskontrolle von lediglich 2 Personen durchgeführt.
Damit liegen die Gesamtkosten des Betriebs der Leistungsverrechnung mit Anpassungen
bei sich ändernden Umgebungen unter einem Promille des Verrechnungsvolumens.
Wie stelle ich nachhaltiges Kostenbewusstsein sicher?
Kostenbewusstsein kann leicht ungewollt Mehrkosten verursachen, wenn man eine
detaillierte Leistungsverrechnung nur punktuell einführt. Finanzielle Anreize sorgen
erfahrungsgemäss nur kurzfristig für ein erhöhtes Kostenbewusstsein, oder verursachen
Kosten an anderer Stelle. Verrechnet man z.B. Erweiterungen von persönlichen
Speicherplätzen auf File Server, aber nicht projektbezogene Speicherplätze, so ist zu
erwarten, dass letztere einen erhöhten Platzbedarf erfordern. Viele
Kostenstellenverantwortliche würden veranlassen, Dateien möglichst auf Projektordner
abzulegen und nicht in persönliche Ordner.
Voraussetzung für Kosten senkende Massnahmen ist ein gut strukturierter ITLeistungskatalog.
Er entfaltet seine volle Wirkung nur, wenn die Leistungsbeziehung
zwischen dem IT-Bereich (IT-Anbieter) und seinen Kunden durch klare und messbare
Vereinbarungen über
- Leistungsinhalt
- Leistungsqualität und
- Kosten
geregelt wird. Ein Service Level Agreement (SLA) ist eine solche Vereinbarung über die
termingerechte Erbringung von (IT-)Leistungen in einer vereinbarten Qualität zu
festgelegten Kosten4.
Werden zwar detaillierte Angaben zur verursacherbezogenen Leistungsverrechnung
ermittelt, diese Informationen dem Kunden bzw. dem Kostenstellenverantwortlichen
jedoch nicht zur Verfügung gestellt, so fehlen ihm die Mittel gegenzusteuern.
Was bringt mir ein integrativer und skalierbarer Ansatz?
Die Anfangsinvestition in eine integrative, also zentralisierte Leistungsverrechnung ist
vermeintlich hoch, da sich hier die Aufwände bemerkbar machen, um das System
konzeptionell zu erstellen und zu installieren. Allerdings können sich diese Anfangskosten
bereits im ersten Jahr rechnen, wenn dadurch Fehler aufgedeckt und behoben werden,
oder obsolet gewordene Systeme aufgespürt und abgeschaltet werden. Insbesondere bei
Unternehmen mit sich stark wandelnden internen Strukturen und Verantwortlichkeiten ist
eine integrative und skalierbare verursacherbezogene Leistungsverrechnung für
Kostentransparenz und -einsparungen unverzichtbar. Reagiert eine Leistungsverrechnung
mit einer Verspätung von einem halben Jahr auf geänderte Strukturen, können leicht
Kosten in Millionenhöhe falsch order gar nicht auf Kundenkostenstellen verrechnet worden
sein. Das Aufarbeiten von einem halben Jahr fehlerhaft verrechneter Daten kann zu einem
oft nicht vertretbaren und keinem Kunden verrechenbaren Mehraufwand führen. Deshalb
ist es unerlässlich, dass ein zentrales Leistungsverrechnungssystem innerhalb weniger
Tage auf sich wandelnde Strukturen reagiert. Ein dezentrales
Leistungsverrechnungssystem hat hier Schwächen. Für den jeweiligen Systembetreuer ist
das Aufbereiten der eigenen Verrechnungsdaten meist eine lästige und ungeliebte
Zusatzaufgabe mit geringerer Priorität. Die Erfahrung zeigt, dass technische Probleme bei
der Verfügbarkeit von Leistungen viel mehr Aufmerksamkeit erregen als Probleme bei der
Verrechnung derselben. Und so wird die Umsetzung von technischen Anpassungen
vorrangig durchgeführt. Die Skalierbarkeit der zentralen Leistungsverrechnung muss
deshalb rasch realisierbar sein. Schnelles Abschalten der Verrechnung von Leistungen,
aber insbesondere das flexible Hinzufügen neuer Leistungen ist gerade bei starken
Veränderungen in einer heterogenen Kundengruppe erforderlich. Werden Gesellschaften
in Konzerne integriert, kommen bis dahin unbekannte Leistungen hinzu, die oft in kurzer
Zeit auch von anderen Gesellschaften des Konzerns genutzt werden und somit auch
verrechnet werden sollen.
Zusammenfassung
- wenn sich die Kosten recht einfach in den Erlösen wiederspiegeln,
- wenn der Kunde selbst kein Interesse an der Kostenentstehung hat,
- wenn das Kosten-Erlös-Gefüge über Jahrzehnte stabil ist,
- wenn der Umfang der Kosten und Leistungen in einem Unternehmen überschaubar
ist,
dann können Unternehmen komplett auf die Leistungsverrechnung verzichten und die
Verrechnung über „Flatrates“ durchführen. Ansonsten ist eine verursacherbezogene
Leistungsverrechnung ein unabdingbares Instrument zur Produkt- und Preisgestaltung, zu
Bedarfsanalysen, zu Entdeckungen von Fehlentwicklungen bis hin zur
Unternehmenssteuerung. Die dadurch entstehenden Mehrkosten amortisieren sich beim
Anbieter durch langfristige Planungssicherheiten und beim Kunden durch den
kostenbewussten Umgang mit seinen Ressourcen innerhalb eines Jahres.
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Der Reutlinger Journalist Raimund Vollmer webt dabei Zeit- und Technikgeschichte virtuos ineinander.
Weiterführende Informationen und Teilnahmeformular >>
Fussnoten
1Wolfgang Müller; Unterwegs zum IT-Value Management * Ein I-Controlling Kompendium; Kapitel
Einführung einer IT-Leistungsverrechnung
2Steinle/Bruch; Controlling * Ein Kompendium für Controller/innen und ihre Ausbildung; 1998; Kapitel 5.1.2
3Franz Klenger, Ellen Falk-Kalms; Kostenstellenrechnung mit SAP®; Kapitel 3.3
4Andreas Gadatsch, Elmar Mayer; Grundkurs IT-Controlling, Kapitel 4.2
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