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Portrait Klaus Leichsenring
Autor:
Nach dem Studium der Luft- & Raumfahrttechnik (1995) war Dipl.-Ing. Klaus Leichsenring im technischen Vertrieb, technischen Support und in der IT-Beratung diverser Unternehmen tätig. Seit 7 Jahren ist er bei der USU AG und berät ihre Kunden rund um das Thema Leistungsverrechnung. Er definiert und entwickelt mit ihnen die Prozessabläufe und unterstützt sie bei der technischen Umsetzung.
USU AG.
The Knowledge Business Company unter dem Leitgedanken "Wissen ist Markt" entwickelt die USU AG als Softwarehaus seit über 25 Jahren zukunftsgerichtete Anwendungslösungen. Produkte und Beratungskompetenz, mit denen unsere Kunden ihr Wissen in echte Wertschöpfung umsetzen.
www.usu.de
IT-Leistungsverrechnung: Flatrate oder Einzelnachweis? Bild Leistungsverrechnung

In Kooperation mit Competence Site

Von Dipl.-Ing. Klaus Leichsenring, Mitarbeiter der USU AG

Es gibt ein breites Spektrum von Möglichkeiten, Kosten auf Kostenstellen zu überführen, damit diese auf Leistungen bzw. Kostenträger abgebildet werden können. Auf der einen Seite stehen die so genannten „Flatrates“ - also Pauschalen, die als Gemeinkosten per Umlageverfahren verteilt werden. Dem gegenüber analysiert die verursacherbezogene Leistungsverrechnung jegliche Kosten detailliert und stellt diese internen wie externen Kunden als Leistungen in Rechnung.

Dieser Artikel gibt einen Überblick über die unterschiedlichen Lösungsansätze und zeigt ihre Vor- und Nachteile auf. Er soll dem Controller helfen, die richtigen Entscheidungen bei der Konzeption der Leistungsverrechnung zu treffen. Der Fokus liegt hierbei auf der Kostenstellenrechnung in der Informationstechnologie (IT) und kommt somit für das ITControlling in Betracht. Die meisten Punkte können jedoch im Wesentlichen auch auf jene Kosten- und Erlösrechnung übertragen werden, die mit der IT selbst im weitesten Sinne nichts zu tun haben. Es wird der potentielle Nutzen sowohl für die Planung, Koordination und Steuerung der IT-Kosten als auch für die Rechnungsstellung dargestellt. Weiterhin werden Grenzen der Leistungsverrechnung beschrieben und Gefahren aufgezeigt, die durch Fehlinterpretation der Ergebnisse oder Fehlsteuerung der unterstützenden Systeme entstehen können. Ebenso wird der Bedarf der Skalierbarkeit einer IT-gestützten Leistungsverrechnung erörtert. Begleitet werden die Ausführungen von Beispielen aus der Praxis bei unternehmensinternen Vollkostenverrechnungen. Auch wenn sich die verursacherbezogene Leistungsverrechnung auch unter anderen Bedingungen realisieren lässt, beispielsweise als Grenzkostenverrechnung oder für einen reinen externen Kundenkreis bzw. IT-fremde Leistungen - die Auswirkungen dieser Bedingungen müssen im Einzelfall bei der Konzeption der Leistungsverrechnung berücksichtigt werden.

Kenne ich die Kosten meiner angebotenen Produkte ausreichend genau?

Für die Unternehmenssteuerung sind aussagekräftige Daten über die Beziehung der Kosten zu den Erlösen unabdingbar. Für die Erlösseite gibt es in der Regel ausreichend digitalisierte Belege, die in geeigneter Form aufbereitet werden können. Sind aber diese Erlöse nachhaltig in ihrer bestehenden Form aufrecht zu erhalten? Auch auf der Kostenseite lassen sich die Daten systematisch erfassen. Schleichen sich bei mir aber im Laufe der Zeit Kosten ein, die ich nicht gezielt auf entsprechende Erlöse abbilde, da ich den Bezug nicht erkennen kann? Der Verfall der Kosten für Speichermedien bei gleichzeitig explosionsartiger Zunahme des Speicherbedarfs zeigt, dass eine Kosten- und Erlösrechnung auf Veränderungen kurzfristig reagieren muss. Der gestiegene Speicherplatzbedarf wirkt sich auf andere Faktoren wie Sicherungen und den ITNetzverkehr aus, weshalb bei gleichbleibender Qualität in diese Funktionalitäten investiert werden muss. Waren vorher Netzkosten in den Plattenplatz mit einem geringen Prozentsatz kalkuliert, so bilden sie heute eine eigene Leistung.

Wird sich mein Kunde nur mit qualifiziert beschriebenen Leistungen zufrieden geben?

Die einfachste Art, Kosten den erbrachten Leistungen, also den Erlösen, gegenüber zu stellen ist die Verwendung von Pauschalen. Hierbei kann man in der Regel den Aufwand extrem gering halten. Vereinbart wird mit den Abnehmern der Leistung ein Verteilschlüssel, der dann für einen bestimmten Zeitraum Gültigkeit besitzt. Ändern sich die Rahmenbedingungen, z.B. gestiegene Energiekosten, kann man im Prozess spontan und flexibel reagieren, sofern die Vereinbarungen dies zulassen. In der kurzfristigen Planung berücksichtigt eine Verrechnung von Pauschalen die Erlösseite des Leistungserbringers ebenso wie die Kostenseite des Kunden.

Ein Beispiel:

Stellt ein IT-Dienstleister Serverleistungen zur Verfügung, mögen diese die Kosten für Hardware, Lizenzen und Wartung der Software, Support, Netzleitungen, Strom, Kühlung, Räume und vieles mehr abdecken. Steigen nun unerwartet die Kosten für den Support überdurchschnittlich, kann der Serviceanbieter bei entsprechender Vereinbarung diese Kosten über eine erhöhte Pauschale dem Kunden weiterreichen. Sollte die Gewinnmarge unverändert bleiben, kommt alternativ auch eine Senkung der anderen Bestandteile in Betracht.

Die Verrechnung über Pauschalen reicht aus, wenn sich der Kunde mit der qualifizierten Angabe der jeweiligen Veränderung der Kosten zufrieden gibt und eine Anpassung der Pauschale bzw. des Leistungsumfangs akzeptiert. Sie kann ebenfalls dort eingesetzt werden, wo man entweder größere Schwankungen der Margen verkraften kann oder Erhöhungen einzelner Kosten ausreichend und flexibel mit Senkungen von anderen Kosten auszugleichen sind. Bei lang laufenden Verträgen sowohl mit Lieferanten als auch mit Kunden eines homogenen Kundenkreises, bei denen die Kosten und die angebotenen Leistungspakete unverändert bleiben oder deren Änderungen rechtzeitig (> 1 Jahr) absehbar sind, kann man bedenkenlos über Pauschalen verrechnen.

Für eine mittel- und langfristige Planung ist eine Verrechnung über Pauschalen jedoch nicht ausreichend. Dem Kunden fehlen Informationen, ob der Preis für die ihm erbrachten Leistungspakete angemessen ist, da er ihn schwer mit den Leistungen anderer Dienstleister vergleichen kann. Für den Anbieter der Leistungspakete ist der Verzicht auf durchgängige Zuordnungen einzelner Kosten auf verrechenbare Leistungen an Kunden ein weit größeres Problem, wenn die Kunden keine homogene Gruppe bilden. Werden bei o.g. Beispiel die Supportkosten über einen Gemeinschlüssel in die Serverpaketleistungen auf Kostenstellen gelenkt, so führt dies unweigerlich zu Verfälschungen, wenn im Laufe der Zeit (oft schon innerhalb eines Jahres) ein Kunde deutlich mehr Supportkosten verursacht als ursprünglich angenommen. Solche Veränderungen verursachergerecht zu ermitteln, ist nicht nur für die Planung und Steuerung der IT-Kosten und Erlöse erforderlich. Es kann auch für die direkte Verrechnung an interne sowie externe Kunden verwendet werden. Risiken der Abnahmemengen werden somit abgefedert.

Ein weiteres Beispiel:

Entfällt ein Kunde aus konzernpolitischen Gründen (Verkauf, Ausgliederung etc.), so ist die Ermittlung des eigenen Erlöseinbruchs relativ leicht, doch fällt es bei der Verrechnung über Pauschalen, Gemeinkostenschlüssel und Verteilkostenschlüssel schwer, zu identifizieren, welche eigenen Kosten dadurch sinken oder gar obsolet werden. Hierfür benötigen Anbieter ein Mittel, die Kosten weitgehend automatisiert auf Leistungen abzubilden und diese dann verursacherbezogen auf Kundenkostenstellen abzulasten.

Welcher Aufwand ist erforderlich, um eine ausführliche verursacherbezogene Leistungsverrechnung einzuführen und zu betreiben?

Sind alle vorhandenen relevanten Kosten sowie Produkte aus dem Leistungskatalog erfasst, müssen sie in Beziehung gebracht werden. Ist es noch vergleichsweise einfach, Kosten für Anschaffung, Wartung und Betrieb einzelner Systeme festzustellen und in Kostenarten zusammen zu fassen, so stellt sich spätestens beim Versuch der Zuordnung dieser Kosten auf fachliche Kostenstellen die Frage, wie sie sich automatisiert übertragen lassen. Eine wesentliche Rolle spielt der Detaillierungsgrad der Leistungserfassung. Hier darf man nicht der Verführung erliegen – „je genauer, desto besser“. Nicht alles, was messbar ist, ist für das Verrechnen von IT-Leistungen auch sinnvoll1. Vielmehr gilt es auch zu berücksichtigen wie sich die eine oder andere Verrechnungsmethode auf das Verhalten der Kostenstellenverantwortlichen auswirkt. Diese sind schließlich aufgrund einer adäquaten Ausgestaltung des Kostenstellenplans angehalten, ihre Kostenstellen zu kontrollieren2. Den Anreiz hierfür erhalten sie in der Regel durch Prämien bei Einhaltung oder Unterschreitung der Kosten.

Ebenso gilt die Forderung, dass die Leistungserfassung zu einem Verdichtungsniveau zusammengefasst werden kann, das eine Gegenüberstellung zum Plan ermöglicht3.

Hier ein Beispiel:

Nehmen wir an, bisher wurden für die Verrechnung eines SAP®-Systems die Anzahl der angemeldeten Anwender verwendet. Dies ist eine überschaubare Steuergröße, deren Veränderungen auch manuell für die Verrechnung verwendet werden kann. Es bringt keinen Vorteil, die Granularität der Verrechnung zu vergrößern, indem auf die Anzahl der Transaktionen umgestellt wird. Die Kosten sind in beiden Fällen die Gleichen und werden sich durch die eine oder andere Verrechnungsmethode nicht ändern. Vorher waren die sparsamen Kostenstellenverantwortlichen darauf bedacht, die Anzahl der Anwender gering zu halten. Diese wurden angehalten, alle erforderlichen Transaktionen für eine größere Anzahl von Personen stellvertretend durchzuführen. Nach der Umstellung auf Transaktionen war man von Seiten der Kostenstellenverantwortlichen bemüht, nur die erforderlichen Transaktionen im SAP® durchzuführen und, soweit möglich, die Daten mit z.B. dem Standard der Office-Produkte weiter zu bearbeiten. Der einzige Nutzen, den das Unternehmen dadurch hat, ist die Erkenntnis, welche Transaktionen unbedingt erforderlich sind und welche bei einem Upgrade oder einer Migration von SAP® gegebenenfalls wegfallen könnten. Unter Umständen entsteht durch eine zu sparsame Verwendung von SAP®-Transaktionen ein Mehraufwand bei der Weiterverarbeitung mittels Office- Produkten. In diesem Fall steigt unweigerlich die Fehlerhäufigkeit durch mangelnde automatisierte Plausibilisierungen. Dieser Lösungsansatz bringt demnach trotz größerer Granularität mehr Nachteile mit sich. Umso interessanter ist der Ansatz, die vorhandenen Transaktionen mit einer Wertigkeit zu versehen. Werden Transaktionen, die häufiger aufgerufen werden, billiger angeboten, so nimmt der Anwender eher Abstand von einer zwar umständlicheren, aber für ihn vermeintlich günstigeren Lösung. Dieser Ansatz lässt sich jedoch nicht mehr mit einfachen manuell erfassbaren Mitteln verfolgen, sondern muss IT-gestützt erfolgen. Vor der Ausgestaltung stellt sich dennoch die Frage: Kostet mich die Verrechnung der Daten mehr, als der Nutzen, den ich hieraus habe? Wie aufwendig ist es, die Wertigkeit auf einen gültigen Stand zu halten? Wie oft muss ich kontrollieren und gegebenenfalls die Wertigkeit anpassen und wie aufwendig ist es, die Anpassung in meinem Leistungsverrechnungssystem abzubilden.
Selbstverständlich lohnt sich eine verursacherbezogene Leistungsverrechnung nicht immer für die vollständige Ermittlung der Zusammenhänge einzelner Produkte und Kosten. Vielmehr gilt es nach dem Pareto-Prinzip mit einem relativ geringen Aufwand (20%) den Grossteil (80%) hierüber abzubilden und den verbliebenen Rest als Overhead in die Preise der Produkte einzukalkulieren. Jedoch müssen auch die verbliebenen 20% stets im Auge behalten werden, da sich im Laufe der Zeit die Schwerpunkte verschieben können.

Ein Beispiel:

Da der DB2-Anteil auf dem Hostsystemen jahrelang nur max. 10% des Plattenplatzes war, konnte er problemlos als Overhead in den Preis eingerechnet werden. Aufgrund von Ablösungen diverser Systeme sowie Neuentwicklungen stieg er aber innerhalb weniger Jahre auf über 30%. Diese gestiegenen Kosten verfälschten das Ergebnis und machten es für Planungs- und Steuerungszwecke unbrauchbar.

Verfolgt man den Ansatz, schon bei der Entstehung der Kosten ausführliche Mechanismen der verursacherbezogenen Leistungsverrechnung wie Kostenstellen oder Preise

einzubauen, führt dies in der Regel zu Mehraufwenden durch Redundanzen bei der Betreuung der heterogenen Systemlandschaft. Eine kostengünstigere Alternative dagegen ist es, die Systeme möglichst unverändert zu lassen, bei denen Kosten systematisch erfasst werden können. Leistungssystem
Zumeist reicht es, aus den Systemen die Protokolle zu sammeln und nach einer individuellen Vorverarbeitung einheitlich in einem Leistungsverrechnungssystem zuzuordnen. Die Stammdaten können ebenfalls in einem zentralen System verwaltet werden. Ein vielfältiges Vorhalten und Verarbeiten in einer Vielzahl unterschiedlicher Systeme kann so vermieden werden. Die Umstellung einer dezentralen Verarbeitung von Daten auf eine zentrale Leistungsverrechnung bringt zwar bereits kurzfristig Einsparungen. Jedoch stellt sich der kurzfristige Return Of Investment mit der Neueinführung einer Leistungsverrechnung nicht ein. Allein dadurch sind nur geringe direkte wirtschaftliche Effekte erzielbar. Vielmehr ist es ein Instrument zum Erkennen von Defiziten und daraus resultierendem Handlungsbedarf, welcher mit richtigen Entscheidungen auch zielführendes Handeln nach sich ziehen soll. Die Erkenntnis eines Missstandes allein führt noch nicht zum Erfolg. Der laufende Betrieb einer zentralen Leistungsverrechnung ist mit deutlich weniger Ressourcen zu bewerkstelligen, als wenn man Mitarbeiter aus den unterschiedlichsten Bereichen mit zusätzlichen Aufgaben der Leistungsverrechnung beschäftigt. Bei der AGIS, der ITTochter der Allianz, wird die technische Verwaltung der Leistungsverrechnung inklusive der inhaltlichen Validierung und Qualitätskontrolle von lediglich 2 Personen durchgeführt. Damit liegen die Gesamtkosten des Betriebs der Leistungsverrechnung mit Anpassungen bei sich ändernden Umgebungen unter einem Promille des Verrechnungsvolumens.

Wie stelle ich nachhaltiges Kostenbewusstsein sicher?

Kostenbewusstsein kann leicht ungewollt Mehrkosten verursachen, wenn man eine detaillierte Leistungsverrechnung nur punktuell einführt. Finanzielle Anreize sorgen erfahrungsgemäss nur kurzfristig für ein erhöhtes Kostenbewusstsein, oder verursachen Kosten an anderer Stelle. Verrechnet man z.B. Erweiterungen von persönlichen Speicherplätzen auf File Server, aber nicht projektbezogene Speicherplätze, so ist zu erwarten, dass letztere einen erhöhten Platzbedarf erfordern. Viele Kostenstellenverantwortliche würden veranlassen, Dateien möglichst auf Projektordner abzulegen und nicht in persönliche Ordner.

Voraussetzung für Kosten senkende Massnahmen ist ein gut strukturierter ITLeistungskatalog. Er entfaltet seine volle Wirkung nur, wenn die Leistungsbeziehung zwischen dem IT-Bereich (IT-Anbieter) und seinen Kunden durch klare und messbare Vereinbarungen über

  • Leistungsinhalt
  • Leistungsqualität und
  • Kosten
geregelt wird. Ein Service Level Agreement (SLA) ist eine solche Vereinbarung über die termingerechte Erbringung von (IT-)Leistungen in einer vereinbarten Qualität zu festgelegten Kosten4.

Werden zwar detaillierte Angaben zur verursacherbezogenen Leistungsverrechnung ermittelt, diese Informationen dem Kunden bzw. dem Kostenstellenverantwortlichen jedoch nicht zur Verfügung gestellt, so fehlen ihm die Mittel gegenzusteuern.

Was bringt mir ein integrativer und skalierbarer Ansatz?

Die Anfangsinvestition in eine integrative, also zentralisierte Leistungsverrechnung ist vermeintlich hoch, da sich hier die Aufwände bemerkbar machen, um das System konzeptionell zu erstellen und zu installieren. Allerdings können sich diese Anfangskosten bereits im ersten Jahr rechnen, wenn dadurch Fehler aufgedeckt und behoben werden, oder obsolet gewordene Systeme aufgespürt und abgeschaltet werden. Insbesondere bei Unternehmen mit sich stark wandelnden internen Strukturen und Verantwortlichkeiten ist eine integrative und skalierbare verursacherbezogene Leistungsverrechnung für Kostentransparenz und -einsparungen unverzichtbar. Reagiert eine Leistungsverrechnung mit einer Verspätung von einem halben Jahr auf geänderte Strukturen, können leicht Kosten in Millionenhöhe falsch order gar nicht auf Kundenkostenstellen verrechnet worden sein. Das Aufarbeiten von einem halben Jahr fehlerhaft verrechneter Daten kann zu einem oft nicht vertretbaren und keinem Kunden verrechenbaren Mehraufwand führen. Deshalb ist es unerlässlich, dass ein zentrales Leistungsverrechnungssystem innerhalb weniger Tage auf sich wandelnde Strukturen reagiert. Ein dezentrales Leistungsverrechnungssystem hat hier Schwächen. Für den jeweiligen Systembetreuer ist das Aufbereiten der eigenen Verrechnungsdaten meist eine lästige und ungeliebte Zusatzaufgabe mit geringerer Priorität. Die Erfahrung zeigt, dass technische Probleme bei der Verfügbarkeit von Leistungen viel mehr Aufmerksamkeit erregen als Probleme bei der Verrechnung derselben. Und so wird die Umsetzung von technischen Anpassungen vorrangig durchgeführt. Die Skalierbarkeit der zentralen Leistungsverrechnung muss deshalb rasch realisierbar sein. Schnelles Abschalten der Verrechnung von Leistungen, aber insbesondere das flexible Hinzufügen neuer Leistungen ist gerade bei starken Veränderungen in einer heterogenen Kundengruppe erforderlich. Werden Gesellschaften in Konzerne integriert, kommen bis dahin unbekannte Leistungen hinzu, die oft in kurzer Zeit auch von anderen Gesellschaften des Konzerns genutzt werden und somit auch verrechnet werden sollen.

Zusammenfassung

  • wenn sich die Kosten recht einfach in den Erlösen wiederspiegeln,
  • wenn der Kunde selbst kein Interesse an der Kostenentstehung hat,
  • wenn das Kosten-Erlös-Gefüge über Jahrzehnte stabil ist,
  • wenn der Umfang der Kosten und Leistungen in einem Unternehmen überschaubar ist,

dann können Unternehmen komplett auf die Leistungsverrechnung verzichten und die Verrechnung über „Flatrates“ durchführen. Ansonsten ist eine verursacherbezogene Leistungsverrechnung ein unabdingbares Instrument zur Produkt- und Preisgestaltung, zu Bedarfsanalysen, zu Entdeckungen von Fehlentwicklungen bis hin zur Unternehmenssteuerung. Die dadurch entstehenden Mehrkosten amortisieren sich beim Anbieter durch langfristige Planungssicherheiten und beim Kunden durch den kostenbewussten Umgang mit seinen Ressourcen innerhalb eines Jahres.

Verlosung der USU AG zum Top Thema "Business Service Management - IT als Treiber für das Geschäft"

Für Interessierte verlost die Competence-Site.de 20 Bücher mit dem Titel „Vision impossible“.

Der Reutlinger Journalist Raimund Vollmer webt dabei Zeit- und Technikgeschichte virtuos ineinander.

Weiterführende Informationen und Teilnahmeformular >>

Fussnoten

1Wolfgang Müller; Unterwegs zum IT-Value Management * Ein I-Controlling Kompendium; Kapitel Einführung einer IT-Leistungsverrechnung

2Steinle/Bruch; Controlling * Ein Kompendium für Controller/innen und ihre Ausbildung; 1998; Kapitel 5.1.2

3Franz Klenger, Ellen Falk-Kalms; Kostenstellenrechnung mit SAP®; Kapitel 3.3

4Andreas Gadatsch, Elmar Mayer; Grundkurs IT-Controlling, Kapitel 4.2

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