 Autor:
Claus Wattendrup, Geschäftsführer der Munich Strategy Group (MSG)
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Die Munich Strategy Group (MSG) ist Partner des Mittelstands bei der Entwicklung von Unternehmensstrategien für die Marktführerschaft. Ziel ihrer Arbeit ist die Steigerung des Unternehmenswertes und der Ausbau der Wettbewerbsfähigkeit durch überlegene Konzepte. In enger Abstimmung mit dem Unternehmer und den Gesellschaftern, bzw. Investoren erarbeiten sie individuelle Lösungsansätze, bereiten Entscheidungen vor und sprechen konkrete Handlungsempfehlungen aus. www.munich-strategy.com |
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E-Interview:
"Familienunternehmen und Beteiligungsgesellschaften" |
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In Kooperation mit 
Von Claus Wattendrup, Geschäftsführer der Munich Strategy Group (MSG)
Das Thema Private Equity wird auch für Familienunternehmen immer wichtiger.
Beteiligungsgesellschaften bieten Familienunternehmen, beispielsweise über
eine Minderheitsbeteiligung zielgerichtetes Kapital für neue Investitionen.
Um das Verhältnis von Beteiligungsgesellschaften und Familienunternehmen
näher zu untersuchen, hat die Munich Strategy Group eine Studie, mit mehr als
250 teilnehmenden Unternehmen und zahlreichen Beteiligungsgesellschaften
erstellt durch welche interessante Kenntnisse für mögliche Kooperationsfelder
gewonnen werden konnten.
Neben der Bedingungen für mögliche Kooperationen behandelt das Interview
Kriterien, die für ein Familienunternehmen, bei Auswahl der Beteiligungsgesellschaft
wichtig und beachtenswert sind.
Sehr geehrter Herr Wattendrup,
Frage 1: Image der Finanzinvestoren
Herr Wattendrup, das Image von Finanzinvestoren ist in Deutschland nach wie vor schlecht. In
Ihrer Untersuchung „Familienunternehmen und Beteiligungsgesellschaften“ zeigt sich
allerdings, dass sehr viele Unternehmen offen für einen Einstieg von Beteiligungsgesellschaften
sind. Wie erklären Sie sich diesen Widerspruch? |
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Zunächst einmal muss man feststellen, dass in dieser hitzigen Debatte die negativen Beispiele,
die es auch durchaus gibt, zu stark betont werden. Diese Überzeichnung wird aber nicht
unbedingt von den Unternehmensinhabern geteilt, denn es gibt ja auch sehr viele positive
Beispiele, bei denen Finanzinvestoren weniger als „Heuschrecken“, sondern vielmehr als
„Honigbienen“ wirken. Darüber hinaus haben sich familiengeführte Unternehmen in den
letzten Jahren sehr stark gewandelt. Oftmals ist eine neue, jüngere Generation ans Ruder
gekommen, die nicht mehr allein auf die klassischen Finanzierungsformen Ihrer Eltern baut.
Statt einfach nur auf das gute Verhältnis zur Hausbank zu setzen – die berühmten
Kreditzusagen per Handschlag bei der Sparkasse um die Ecke – öffnen sich nun viele Firmen
für alternative Modelle, von Mezzanine-Finanzierungen bis hin zu Teilveräußerungen des
Unternehmens. |
Frage 2: Kontrollverlust durch Anteilsverteilung
Aber dazu müssen die Unternehmensinhaber Anteile abgeben. Sind die Unternehmen denn
wirklich bereit, auf die Kontrolle zu verzichten? |
| Nun, unsere Untersuchung hat ergeben, dass sich etwa drei Viertel der befragten
Unternehmen immerhin eine Minderheitsbeteiligung vorstellen können, oftmals zur
Wachstumsfinanzierung. Mehrheitsbeteiligungen werden noch nicht so stark favorisiert und
dies steht natürlich im Widerspruch zum Kontrollwunsch eines Finanzinvestors – dieser
möchte seine Anteile später ja auch wieder veräußern können, ohne dass er dazu immer auf
die Zustimmung des Unternehmers angewiesen ist. |
Frage 3: Lösungsansätze
Kann dieser Widerspruch überhaupt gelöst werden oder wie können beide Seiten Ihrer
Meinung nach besser zusammenkommen? |
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Ich sehe hier sehr viele Möglichkeiten: Finanzinvestoren sind aufgefordert, verstärkt
Minderheitsfinanzierungen anzubieten und sich als Partner des Unternehmers zu
positionieren. Auch mit einer Minderheitsbeteiligung lassen sich sehr gute Renditen erzielen,
allerdings muss sich der Investor hierbei stärker einbringen. Familienunternehmen hingegen
sollten ihre Vorurteile weiter abbauen, nicht zu kontrollfixiert sein und die Unterstützung von
außen, die Ihnen ein Investor bieten kann, annehmen. Denn besonders beim Controlling, bei
der Professionalisierung des Managements und durch ein hochwertiges Netzwerk kann ein
Finanzinvestor einen wertvollen Beitrag liefern.
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Frage 4: Kriterien zur Wahl der Beteiligungsgesellschaft
Welche Kriterien legen Familienunternehmen denn bei der Wahl einer Beteiligungsgesellschaft
an? |
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Auf der einen Seite sind natürlich wirtschaftliche Kriterien, wie Finanzkraft oder
Möglichkeiten zur Wachstumsförderung, entscheidend. Aber die Familienunternehmen
achten auch auf weiche Faktoren. Neben einem positiven Image und der Wahrnehmung
sozialer Verantwortung ist vor allem die Erfahrung mit Familienunternehmen für die Auswahl
einer Beteiligungsgesellschaft wichtig. Und dies rate ich auch allen Unternehmensinhabern:
Schauen Sie sich die unterschiedlichen Modelle der Investoren genau an, lassen Sie sich
Referenzen geben und sprechen Sie mit diesen Unternehmen. Finanzinvestoren sind hier
gefordert, auf die Bedürfnisse des Unternehmers einzugehen und „Stallgeruch“ zu erlangen.
Denn in Baden-Württemberg spricht man eine andere Sprache als an den großen
Börsenplätzen dieser Welt, wo Finanzinvestoren oftmals beheimatet sind.
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Frage 5: Prognose
Erwarten Sie, dass diese Hindernisse einer verstärkten Zusammenarbeit in der Zukunft im
Wege stehen? |
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Ich bin davon überzeugt, dass beide Seiten in den nächsten Jahren weiter aufeinander zu
gehen werden und sich die Zusammenarbeit vertiefen wird. Denn Finanzinvestoren verfügen
nach wie vor über große Mittel, das Kapital ist da. Und für Familienunternehmen ergeben sich
immer häufiger Situationen, die mithilfe von Beteiligungsgesellschaften elegant gelöst
werden können, nicht nur Minderheitsbeteiligungen zur Wachstumsfinanzierung. Wenn kein
geeigneter Nachfolger in Sicht ist oder im Sanierungsfall kommt es immer häufiger zu einem
mehrheitlichen Einstieg von Beteiligungsgesellschaften. Und neue intelligente Modelle
werden dafür sorgen, dass die Möglichkeiten einer Zusammenarbeit weiter steigen. So gab es
in letzter Zeit einige Fälle, bei denen Anteile vor allem aus dem Grund veräußert werden, um
im Unternehmen gebundenes Kapital in andere Anlageformen umzuwandeln. Dies kann den
Ausstieg des alten Inhabers erleichtern, indem z.B. die Absicherung im Alter gewährleistet
wird.
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Vielen Dank für das Interview!
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