Konjunktur weiterhin in Schwung - Das Seco korrigiert seine Wirtschaftsprognose nach oben.
Die Ökonomen des Bundes rechnen für das Jahr 2006 mit einem BIP-Wachstum von 2%. Diese erfreuliche Entwicklung ist unter anderem der guten Konsumentenstimmung und der starken Finanzbranche zu verdanken. Für 2007 prognostizieren sie weiterhin ein positives, aber leicht gedämpftes Wirtschaftswachstum. Auch der Arbeitsmarkt profitiert nun langsam von dieser Entwicklung.
Das Seco korrigierte seine Prognose für das BIP-Wachstum verglichen zur letzten von Anfang Januar (1.8%) nochmals nach oben. Grund für diese Korrektur ist einerseits die weiterhin günstige Weltkonjunktur und andererseits die konjunkturelle Expansion in der Schweiz. Der starke private Konsum sowie die Wertschöpfung des Finanzsektors haben zu dieser Entwicklung beigetragen. Eine logische Folge dieser guten Stimmung sind die positiven Signale in den Ausrüstungsinvestitionen und auf dem Arbeitsmarkt. Aufgrund der allmählich nachlassenden günstigen monetären Rahmenbedingungen ist nur mit einer geringen Teuerungsgefahr zu rechnen.
Gemildertes Wachstum für 2007
Für das Jahr 2007 rechnen die Bundesökonomen mit einer leicht gedämpften Konjunkturentwicklung. Grund für dieses gemässigte Wachstum sind die weniger günstigen weltwirtschaftlichen Rahmenbedingungen, welche die Exportnachfrage beeinträchtigen werden. Im Inland sind in einigen Bereichen nach drei starken Jahren gewisse Normalisierungstendenzen festzustellen (z.B. Baugewerbe).
Der Arbeitsmarkt erholt sich
Wie schon der Manpower-Stellenindex einige Tage zuvor verlauten liess, ist der Arbeitsmarkt aus dem Winterschlaf erwacht. Das Seco rechnet sogar mit einer Zunahme der Beschäftigung um 0.5% und für 2007 um 0.3%. Dies dürfte auch positive Auswirkungen auf die Arbeitslosenquote haben. Gemäss Seco sollte sich diese auf 3.4% (2006) und im 2007 weiter auf 3.1% senken.
Konjunkturrisiken schätzen die Ökonomen grundsätzlich als ausgewogen ein. Die Stimmungsverbesserung könnte dazu führen, dass nun die Sach- und Personalkapazitäten rascher aufgestockt werden als angenommen. Im weltwirtschaftlichen Bereich sind die Zinsentwicklungen auf den Finanzmärkten zu beobachten, was Auswirkungen auf die Wechselkurse mit sich bringen könnte.

Die Grafik (31.3.06) wurde mit freundlicher Unterstützung vom Seco zur Verfügung gestellt.
Der Arbeitsmarkt erwacht aus dem Winterschlaf
Der Aufwärtstrend der Schweizer Wirtschaft hat den Arbeitsmarkt erreicht. Dies zeigt der kürzlich veröffentlichte Arbeitsmarktbarometer vom Stellenvermittler Manpower. 9% mehr Stellen für das 2. Quartal 2006, so lautet die Prognose.
Von den 751 befragten Unternehmungen sehen 14% positiv dem kommenden Quartal entgegen, 5% rechnen mit einer Abnahme der Arbeitsplätze. Die Mehrheit von 74% sieht keine Veränderung des Personalbestandes in ihrem Unternehmen. Daraus resultiert eine leicht höhere Netto-Arbeitsmarktprognose von 9%.
Erstmals gesamtschweizerische positive Ergebnisse
Zum ersten Mal, seit der Einführung im Jahre 2005 verzeichnet die Studie in sämtlichen Regionen der Schweiz positive Ergebnisse. Am meisten Optimismus herrscht in der Zentralschweiz mit einer Netto-Arbeitmarktprognose von 20%, gefolgt vom Tessin mit 17%. Das stark vom dritten Wirtschaftssektor geprägte Zürich wies eine Steigerung von 12% aus.

Acht von zehn Wirtschaftssektoren verzeichneten ihre bislang höchsten Prognosezahlen. Nach dem Baugewerbe mit optimistischen 24% liegen das Banken- und Versicherungswesen, Immobilien und der Dienstleistungssektor mit 18% auf dem zweiten Platz.

Weltweit positiver Trend
Die weltweiten Ergebnisse basieren auf über 47'000 Befragungen in 24 Ländern. Bis auf Italien und Grossbritannien verzeichneten alle zwölf in Europa befragten Länder eine positive Veränderung gegenüber dem ersten Quartal. Auch in den USA hält sich der stabile positive Trend für die nächsten drei Monate. Die höchsten Netto-Arbeitsmarkt Zahlen präsentierte Japan mit +43%. Vor dem Hintergrund, dass das 2. Quartal die rekrutierungsstärkste Zeit ist, relativiert sich der hohe Wert.
>>Tabelle Arbeitsmarkt weltweit
Internationaler Indikator
Manpower führt den Arbeitsmarktbarometer seit 1962 vierteljährlich durch. Dank der langjährigen Konstanz gilt der Manpower Emloyment Outlook Survey als international anerkannter Indikator für die künftige Arbeitsmarktentwicklung.
>>Manpower Arbeitsmarktbarometer (2. Quartal) (pdf, 382 kb)
Die Grafiken wurden mit freundlicher Unterstützung von Manpower zur Verfügung gestellt.
|