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Suchwörter: "oder" "und" Ausgabe 01/2006

Portrait Christoph Hugenschmidt
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Christoph Hugenschmidt gilt als einer der bekannten, auf die Schweizer IT-Branche spezialisierten Journalisten. Er baute das Branchenmagazin 'IT Reseller' auf und betreibt heute zusammen mit Kollegen das Informationsportal www.inside-it.ch.

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Die Schweizer IT-Branche spürt den Frühling Themenbild IT-Markt aktuell

IT-Ingenieure sind wieder gesucht, der Aufschwung ist unverkennbar - Schweizer Software-Hersteller sind mit dabei. Und die Branche wartet gespannt auf den Erfolg (oder Misserfolg) der Zürcher IT-Messe Orbit-iEX im Mai.

Der Aufschwung ist unverkennbar: Die Stellenanzeiger kommen wieder dicker daher. Der wieder gefundene Optimismus in der Branche war auch an der Berner ERP-Messe Topsoft im Februar spürbar. "Wir wissen nicht, woher wir die Leute für all die aktuellen Projekte nehmen sollen," sagte mir der Vertreter eines Schweizer Spezialisten für Produktionsplanungs- und Steuerungssoftware. Die Exportindustrie brummt - also geht es auch den ERP-Leuten gut.

Gut ausgebildete IT-Ingenieure, möglichst mit Banking-Hintergrund sind auf dem Platz Zürich bereits wieder Mangelware. Der Boom wird nicht so bald aufhören, denn Google baut seinen Zürcher Europasitz kräftig aus. Der Suchmaschinenstar heuert hierzulande gleich mal "Hiring Specialists" im Multipack an.

Überhaupt ist in der Banken-IT zurzeit viel los. Erfreulich, dass das Schweizer Software-Schaffen in der Finanzindustrie sehr geschätzt wird. Kleinere und mittelgrosse Banken schauen sich nach neuen, standardisierten Core-Banking-Systemen um. Gleich fünf, im Vergleich zu den ausländischen Multis kleine, Schweizer Player sind in diesem enorm anspruchsvollen aber auch sehr lukrativen Markt unterwegs. Bekannt sind die Zürcher Avaloq und die Lenzburger Finnova. Doch Leser von www.inside-it.ch wissen, dass auch die Tessiner B-Source (ehemals Boss-Lab) und die Märki-Baumann-Tochter Legando im Markt mitmischen. Und schliesslich ist da noch die börsenkotierte Genfer Temenos, die sich vor allem auf Finanzinstitute ausserhalb der Schweiz konzentriert. Wer welchen Deal gewinnt, wer verliert und welche Strategien in der Szene gefahren werden, wissen unsere Leser meist zuerst.

CIOs sind wieder optimistischer

Die These vom Aufschwung in der Schweizer ICT-Industrie wird auch von einer Umfrage unter den CIOs der 130 grössten Schweizer Unternehmen gestützt. Der Druck, laufend Kosten zu reduzieren, ist zwar noch da, aber er nimmt ab. Noch vor einem Jahr sagten die Informatik-Chefs der hiesigen Grossfirmen, "Kosteneinsparungen" seien die Hauptmotivation für neue IT-Projekte. Dieses Jahr hat die IT wieder den Stellenwert, den sie haben sollte: Hauptgrund für das Anleiern neuer IT-Projekte ist die "Unterstützung des Geschäfts".

Sogar für Hardware-Hersteller, Distributoren und Reseller, die unter konstantem Preiszerfall ächzen, kommen wieder bessere Zeiten: Fast zwei Drittel der Befragten IT-Topshots wollen dieses Jahr in Serversysteme investieren! Wir haben auf www.inside-it.ch die interessante Studie von Accenture und Avanade ausführlich diskutiert.

Keine Strafuntersuchung gegen Miracle-Gründer

Auffallend gut gelesen und auch kommentiert wurde die Nachricht, dass das Berner Untersuchungsrichteramt die Strafuntersuchung gegen ehemalige Verantwortliche bei Miracle eingestellt. Die Untersuchungsrichter stellten fest, dass vor dem Börsengang von Miracle zwar tatsächlich Mängel bei der Software vorhanden waren, die Verantwortlichen aber über deren Tragweite und Umfang nicht informiert gewesen waren. In der Branche reagierte man teilweise mit Kopfschütteln, denn es gab vor dem Börsengang von Miracle durchaus Leute, die wussten, dass die Miracle xrp noch einen langen Weg vor sich hatte, bis es eine in verschiedenen Branchen einsetzbare, komplette Business-Software sein würde. Nur: Warum haben diese Leute vor dem Börsengang von Miracle alle geschwiegen?

Brauchen wir noch IT-Messen?

Treffen sich mehr als zwei Marketing-Leute aus der Schweizer IT-Branche, so gibt es zurzeit ein Thema, das mit Fragezeichen auf der Stirn diskutiert wird: Wird die Orbit-iEX, die im Mai in Zürich über die Bühne gehen wird, das Jahr 2006 überleben? Aussteller wird es nicht mehr als an der letztjährigen Basler Ausgabe geben. Nur wenn es der Orbit gelingt, mehr Besucher zu begeistern, wird die Messe langfristig überleben können. Und selbst bei der weltweit grössten IT-Messe, der Hannoveraner CeBIT, musste man sich Mitte März viel Mühe geben, den heftigen Besucherrückgang schönzureden.

Ob der Trend zu immer mehr Hausmessen, wie etwa die Microsoft-HP-Orange-Veranstaltung x.days in Interlaken, SAP 'Public Services Day' in Luzern, für die Branche wirklich gut ist? Schliesslich ist eine grosse, komplette Messe immer noch die einzige Möglichkeit für den termingeplagten CIO, auch mal etwas zu finden, von dem er nicht wusste, dass er es sucht.

>> Lesen Sie das Fazit der Orbit-iEx.
>> IT-Ingenieure sind gesucht - offene Stellen in der IT-Branche.

 

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